Dr. Freund's Multiversum
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14.06.2022: 20 Jahre Dr. Freund's Multiversum - Ein Jubiläum, bei dem es leider nicht viel zu feiern gibt.
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20 Jahre Dr. Freund's Multiversum

Meine Meinung
am
14.06.2022
Ein Jubiläum, bei dem es trotz runder Jahreszahl leider nicht viel zu feiern gibt. Meine Meinung
Tagebuch
Statements
Über mich
20 Jahre
"Die Menschen sind schlecht und die Welt ist am Arsch,
aber alles wird gut."

Kummer - Der letzte Song
20 Jahre
Irgendwie sind ja schon die letzten beiden Jubiläen ein Bisschen verunglückt. 2020 kam Corona über uns, vermutlich um zu bleiben, und 2021 ist mein alter Rechner abgeraucht. Doch jetzt versaut mir der russische Autokrat Wladimir Putin mit seinem Überfall auf die Ukraine auch noch den runden 20. Jahrestag. Deshalb ist auch das traditionelle Zitat in diesem Jahr ziemlich deprimierend ausgefallen und dass trotzdem alles gut wird, ist reines Wunschdenken.
Persönlich hatte ich im 20. Jahr allerdings viel Glück. Meine Arbeitskollegen, insbesondere die vielen weniger glücklichen unter ihnen, die mittlerweile keine Kollegen mehr sind, wissen leider genau, wovon ich rede. Bevor ich jedoch mein Glück durch weitere, unbedachte Äußerungen zu diesem Thema überstrapaziere, die womöglich von den falschen Leuten gelesen und mir beruflich zum Nachteil ausgelegt werden könnten, komme ich lieber mal schnell zum unverfänglichen Jahresrückblick ...
Der Rückblick auf das 20. Jahr
  • 15. Juli 2021:
    Der Sommer 2021 war ja schon von Anfang an kühl, verregnet und teilweise auch stürmisch. Jetzt ereilt Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen jedoch eine regelrechte Wetterkatastrophe: Tagelanger Starkregen führt zu verheerenden Überschwemmungen, wie man sie in Deutschland bisher nur selten gesehen hat. Meterhohe Flutwellen bahnen sich ihren Weg durch die Städte und reißen alles mit sich, darunter auch Autos bis hin zu LKWs und sogar ganze Häuser. Was danach zurück bleibt, ähnelt vielerorts einem Kriegsgebiet, die Infrastruktur ist komplett zerstört und die finanziellen Schäden erreichen Rekordwerte. Neu ist auch, dass diesmal nicht nur einzelne Todesopfer zu beklagen sind, sondern gleich weit über 100 (mit steigender Tendenz). Langsam wird es wirklich teurer, den Klimawandel aus wirtschaftlichen Gründen zu ignorieren, anstatt ihn ernsthaft mit ausreichenden Investitionen zu bekämpfen. Das hat jetzt hoffentlich auch der letzte Politiker verstanden.
    CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet hat es offenbar nicht verstanden, denn anstatt in der Katastrophe als engagierter Krisenmanager aufzutreten und damit sein Verlierer-Image ein Bisschen aufzupolieren, kommt von ihm nur das übliche Geblubber, man hätte ja schon eine Menge gegen die Erderwärmung getan und dürfe auf keinen Fall die Wirtschaft schädigen. Dafür hagelt es natürlich mal wieder heftige Kritik, aber mutig war es schon, diese Sprüche mitten im Hochwasser-Gebiet abzulassen.
  • 17. Juli 2021:
    Armin Laschet setzt noch eine besondere Geschmacklosigkeit drauf, indem er im denkbar unpassendsten Moment den Kasper spielt: Während Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (SPD) vor laufenden Kameras eine Trauerrede für die Flutopfer hält, ist Laschet im Hintergrund offenbar bester Laune und geistig bereits in der nächsten Karnevals-Saison angekommen. Er albert mit anderen Anwesenden herum und alle zusammen brechen spontan in Gelächter aus, weil das ja alles so lustig ist. Zwar entschuldigt sich Laschet umgehend, aber irgendwie zeigt ein solches Verhalten doch, wie nah ihm die Katastrophe und die davon betroffenen Menschen wirklich gehen. Unabhängig davon ist es auch unhöflich und respektlos gegenüber dem Bundespräsidenten, öffentlich ein derartiges Desinteresse an seiner Rede zu demonstrieren. Wenn der Präsi spricht, dann hat ein Armin Laschet die Klappe zu halten!
  • 22. Juli 2021:
    Mittlerweile wurden ja schon einige Tausend Extrasolare Planeten außerhalb unseres eigenen Sonnensystems gefunden, aber noch kein einziger Mond, der einen dieser Exoplaneten umkreist. Eigentlich müsste es viele solche Monde geben, aber da sie noch erheblich kleiner sind als die Exoplaneten, sind sie natürlich extrem schwierig nachzuweisen. Jetzt ist jedoch eine sensationelle Aufnahme gelungen, die zumindest die Vorstufe von Monden zeigen könnte: Der junge Exoplanet PDS 70c ist von einer Staubscheibe umgeben, in der offenbar gerade Monde entstehen.
    Solche Meldungen aus der Astronomie beeindrucken mich immer wieder, denn noch vor einem Viertel Jahrhundert existierten Exoplaneten lediglich in der Theorie und in Science Fiction Geschichten. Heute wissen wir dagegen nicht nur, dass es sie wirklich gibt, sondern können auch Aussagen über ihre Eigenschaften machen und uns sogar immer detailliertere Fotos von ihnen ansehen.
  • Mitte August 2021:
    Alles für die Katz und außer Spesen nix gewesen. Das Afghanistan-Abenteuer der NATO endet in dem gleichen Chaos, mit dem es schon vor 20 Jahren begann (die zeitgleiche Eröffnung dieser Homepage hatte damit allerdings nichts zu tun). Nach dem übereilten Abzug der US-Truppen bringen die Taliban innerhalb kürzester Zeit und ohne nennenswerten Widerstand erneut das gesamte Land unter ihre Kontrolle und errichten wieder einen mittelalterlichen, islamischen Gottesstaat. Die, die das eigentlich verhindern sollten, werfen dagegen bei der ersten Gelegenheit ihre von uns bezahlten Waffen weg oder machen sich mitsamt der Staatskasse aus dem Staub. Am Flughafen von Kabul spielen sich derweil Dramen ab, denn die zögerlichen und viel zu späten Evakuierungs-Maßnahmen können den enormen Ansturm von Flüchtlingen nicht mal ansatzweise bewältigen. Die überwiegende Mehrheit der Afghanen (jedenfalls der männlichen) scheint sich jedoch ganz gut mit den Taliban zu arrangieren oder sie sogar freudig zu begrüßen, weil der Machtwechsel zumindest vorläufig ein Ende von Krieg und Terror verspricht. Könnte es sein, dass diese Menschen gar keine moderne, freiheitliche Demokratie nach westlichem Vorbild wollen, sondern einfach nur ihre Ruhe?
  • 16. August 2021:
    An einer Tankstelle bei Sinsheim trifft mich fast der Schlag, denn man macht mich freundlich darauf aufmerksam, dass ich schon fast ein ganzes Jahr lang mit abgelaufenem TÜV durch die Gegend fahre. Das kann ich zuerst gar nicht glauben, denn dann hätte meine Stammwerkstatt mich in den letzten Monaten ja mindestens 4 Mal (u.a. nach einer großen Inspektion!!!) ohne TÜV vom Hof fahren lassen. Aber auf der Plakette und im Fahrzeugschein steht eindeutig "Oktober 2020". Ok, da hätte ich auch selbst mal drauf schauen müssen, aber wer macht das schon, wenn man immer wieder erzählt bekommt, dass die nächste Hauptuntersuchung erst im September 2021 fällig ist?
  • 17. August 2021:
    Zwischendurch mal ganz was Anderes: Fast 14 Jahre nach der Kündigung bekomme ich Post von meinem ehemaligen Internet-Provider, dass er sich meine Daten, die er gar nicht mehr haben dürfte, hat klauen lassen. Auch sonst ist der Konzern mit dem großen, rosa "T" offenbar immer noch der Meinung, ich wäre bei ihm Kunde. Mehr dazu in den Spätfolgen der Störung (ein nur auf den ersten Blick lustiger Artikel aus dem Jahr 2007).
  • 18. August 2021:
    Ich versuche, mein Auto wieder zurück in die Legalität zu holen, aber der TÜV-Prüfer in Sinsheim hat leider seine eigenen Vorstellungen. Trotz eines mindestens 100-seitigen Gutachtens zu meinen Gunsten will er die Bereifung nicht abnehmen und auch an den hinteren Bremsen hat er was zu meckern. Also verlasse ich den Ort meiner Niederlage lediglich mit bestandener ASU und muss einen weiteren Termin bei meiner Stammwerkstatt in Hanau vereinbaren, mit der ich dann auch ein äußerst ernstes Telefonat führe.
  • 23. August 2021:
    Auch der TÜV-Prüfer in Hanau lässt sich von dem Gutachten über meine Bereifung leider nicht überzeugen und listet erstmal penibel alles auf, was seiner Meinung nach "nicht originol" oder sonstwie verdächtig ist. Das Fahrzeug könne er jedenfalls erst abnehmen, nachdem die Kotflügel für einige tausend Euro um exakt 4 Prozent breiter gedengelt wurden. Ich gebe ihm jedoch vorsichtig zu verstehen, dass an meinem Auto nix gedengelt wird und dass er wohl nicht alle Latten am Zaun hat. Daraufhin macht er dann immerhin den naheliegenden Alternativ-Vorschlag, die vom Vorbesitzer montierten, aber nicht zugelassenen Distanzringe doch einfach abzuschrauben, damit die Reifen in die Radkästen passen. Eine Stunde später klebt die begehrte Plakette auf meinem Nummernschild und ich habe wieder Ruhe bis August 2023.
  • Anfang September 2021:
    Da war doch noch was!? Ach ja, wir haben immer noch eine Corona-Pandemie, auch wenn die meisten das nach dem entspannten Sommer schon fast verdrängt haben. Und obwohl jetzt endlich genug Impfstoff vorhanden ist, stagniert dessen Absatz und viele halten es nicht mehr für nötig, sich auch die 2. Dosis spritzen zu lassen, ohne die aber keine ausreichende Immunität erreicht wird. Von dem asozialen Drittel der Bevölkerung, das die Impfung komplett verweigert oder sich einfach nicht darum schert, will ich gar nicht reden. Zusätzlich haben viele Urlaubs-Heimkehrer das Virus im Gepäck und die Schulen, in denen jetzt wieder der Präsenz-Unterricht beginnt, stehen noch genauso schlecht vorbereitet da, wie schon im letzten Jahr um diese Zeit. Deshalb gehen die Corona-Infektionen in einer 4. Welle erneut durch die Decke, aber die bereits durchgeführten Impfungen sorgen zumindest bisher dafür, dass die schweren Krankheitsverläufe und die Todesfälle nicht mit ansteigen. Um Schlimmeres zu verhindern, gilt vielerorts außerdem die 3G-Regel (Zutritt nur für Geimpfte, Genesene oder Getestete), aber ein weiterer Lockdown, der vor allem die Impf-Unwilligen vor ihrer eigenen Unvernunft schützen würde, soll unbedingt vermieden werden. Da bin ich ja mal gespannt ...
    P.S.:
    Meine Lebensgefährtin und ich sind schon längst 2 Mal geimpft und wenn's nötig ist, lassen wir uns auch ein drittes Mal impfen, oder halt so oft, wie es eben sein muss.
  • 06. September 2021:
    Der französische Schauspieler Jean-Paul Belmondo stirbt 88-jährig in Paris. Der Action-Held mit der krummen Nase und der frechen Schnauze war in den 1960er-, 1970er- und 1980er-Jahren auch international erfolgreich, u.a. weil er sogar die spektakulärsten Stunts immer selbst übernahm. Während meiner Jugend waren Belmondo-Filme im örtlichen Kino jedenfalls immer Pflichtveranstaltungen.
  • 26. September 2021:
    Die zum alles entscheidenden Jahrhundertereignis für Deutschland und die ganze Welt hoch stilisierte Bundestagswahl hat endlich stattgefunden. Nur leider sind die Ergebnisse mal wieder nicht eindeutig, denn die "großen" Parteien liefern sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen ohne klaren Sieger:
    • Die längst tot geglaubte SPD erhebt sich völlig unerwartet wieder aus ihrem Grab und wird sogar knapp stärkste Kraft. Möglich wurde dieser Erfolg durch eine geniale Strategie von Ober-Zombie Olaf Scholz: Einfach unauffällig bleiben und den Mund halten, denn wer nichts sagt, sagt auch nichts Falsches. Dann muss man nur noch warten, bis sich die Konkurrenz durch ihre peinlichen Auftritte selbst zerlegt hat, und vor allem darauf hoffen, dass niemand in den eigenen, alten Skandalen wühlt oder gar neue aufdeckt.
      Das eigentlich Erstaunliche ist jedoch, dass sich sämtliche Genossen (insbesondere Kevin Kühnert und Saskia Esken) eisern an diese Vorgehensweise gehalten haben, anstatt den eigenen Kanzlerkandidaten mit unüberlegten und zersetzenden Äußerungen zu torpedieren.
    • Ein Parade-Beispiel für gelungene Selbst-Demontage (unter tatkräftiger Mithilfe von Markus Söder) ist dagegen Armin "Luschi" Laschet, der seine CDU gekonnt an die Wand fährt. Das hält ihn jedoch nicht davon ab, immer noch Kanzler werden zu wollen und dafür um Koalitionspartner zu buhlen.
    • Einer dieser möglichen Partner sind die Grünen, die ihr bisher bestes Wahlergebnis auf Bundesebene einfahren können. Trotzdem sind die Kanzlerinnen-Träume von Frontfrau Annalena Baerbock vorerst geplatzt, denn nach einigen ungeschickten Patzern während des Wahlkampfs landet ihre Partei letztlich nur auf dem 3. Platz und halbiert damit trotz Klimawandel und Hochwasser-Katastrophe die Stimmen, die noch vor wenigen Monaten möglich gewesen wären.
    • Auch die FDP schneidet ganz ordentlich ab und wird wohl irgendwie an der nächsten Regierung beteiligt sein, falls Christian Lindner nicht wieder sein Böckchen hat und sich mit markigen Worten vor der Verantwortung drückt.
    • Die AfD verliert leicht, aber verkauft das als riesigen Erfolg und spielt ansonsten zum Glück keine Rolle. Während der Corona-Krise haben wohl doch einige Wähler bemerkt, dass diese Partei keine Problemlösungen anzubieten hat, außer die Schuld für alles auf die Flüchtlinge oder die EU zu schieben.
      Eine richtig gute Nachricht ist, dass der unerträgliche Ex-Verfassungsschützer Hans-Georg Maaßen in seinem Wahlkreis verloren hat und nicht in den Bundestag einziehen wird. Maaßen besitzt zwar offiziell noch immer ein CDU-Parteibuch, kann gemessen an seiner Gesinnung jedoch locker der AfD zugeordnet werden. Die Tatsache, dass Maaßen u.a. durch eine massive Erststimmen-Kampagne der eigentlich unparteiischen Organisation Campact verhindert wurde, halte ich aber trotzdem für bedenklich, denn hier wurden die gleichen Wahl-Manipulationen versucht, die man sonst zu Recht kritisiert.
    • Die Linken trifft es besonders hart, denn sie scheitern an der 5%-Hürde und sind im nächsten Bundestag nur noch durch wenige Direkt-Mandate vertreten. Damit ist auch eine rot-rot-grüne Regierungs-Koalition ausgeschlossen.
    Insgesamt ist also weiterhin alles offen und in den nächsten Wochen (oder Monaten) muss sich ein Dreierbündnis finden, das die Regierung stellt, denn eine "große" rot-schwarze Koalition will angeblich niemand mehr. Ich persönlich tippe aber mal darauf, dass es genau so kommen wird, denn in Deutschland schreien wir zwar ständig nach Veränderung, aber im Grunde soll doch alles so bleiben, wie es ist.
  • Anfang Oktober 2021:
    Nach dem Brexit schien es in Großbritannien ja eigentlich ganz gut zu laufen, jedenfalls hörte man lange nichts Gegenteiliges. Inzwischen hat sich die Versorgungslage jedoch dramatisch verschlechtert. Die englische Industrie klagt über immer mehr ernste Lieferengpässe, an den Tankstellen kommt nichts mehr aus den Zapfhähnen und die ersten Gentlemen prügeln sich bereits um den Sprit. Der Grund dafür ist, dass auf der Insel etwa 100.000 Lkw-Fahrer fehlen. Die wurden früher im Ausland angeworben, aber jetzt sehen sie mit einer nur begrenzt gültigen Arbeitserlaubnis keine langfristige Perspektive mehr und bleiben halt zuhause. Oder wie es ein Kabarettist kürzlich treffend analysierte: "Wenn's nicht mal mehr die Rumänen machen wollen, dann hast Du ein Problem". Ich sage dazu einfach: "Schadenfreude ist die schönste Freude".
  • 05. Oktober 2021:
    Windows 11 naht mit großen Schritten. Meine Lebensgefährtin hat das neuste Microsoft-Produkt, das im Vergleich zu seinem Vorgänger Windows 10 eigentlich nur etwas Kosmetik bietet, jedenfalls bereits problemlos auf ihrem Laptop installiert. Also sollte das auf meinem nagelneuen Großrechner doch erst recht klappen. Nee, klappt natürlich nicht! Zumindest nicht auf Anhieb. Die Update-Prüfung meckert zunächst mal rum, dass meine Kiste angeblich nicht alle Voraussetzungen erfüllt. Um zu erfahren, welche Voraussetzungen das konkret sind, muss ich allerdings erst mal ein kleines Diagnose-Programm runterladen. Das sagt mir dann, dass ein TPM (Trusted Platform Module) fehlt. Eigentlich habe ich ja einige Vorbehalte gegen diesen Kontroll-Chip und ich erkenne auch keine technische Notwendigkeit, warum er jetzt plötzlich gebraucht werden sollte, aber da es unbedingt sein muss, gehe ich halt ins BIOS bzw. UEFI (Unified Extensible Firmware Interface) und aktiviere ihn. Danach gratuliert mir zwar die Diagnose-Software, dass mein Rechner jetzt für das fantastische Windows 11 bereit sei, aber das bordeigene Windows-Update ist immer noch anderer Meinung. Erst nach einem Tag und mehreren ergebnislosen Internet-Recherchen beglückwünscht mich spontan auch das Windows-Update, aber mit einer sofortigen Installation von Windows 11 kann es leider nicht dienen, weil ich noch nicht dran bin. Ist vielleicht auch besser so, denn je später ich das Ding bekomme, desto mehr Fehler sind bereits behoben. Außerdem habe ich noch nicht rausgefunden, wie ich meine virtuellen Windows 10-Maschinen upgraden könnte, denn auch bei denen werden übertriebene Hardware-Anforderungen gestellt, die mein kostenloser VMPlayer momentan noch nicht emulieren kann.
    Vorläufiges Fazit: Dafür, dass lediglich mein Startmenü anschließend etwas schicker aussieht, muss ich doch wieder Einiges an Hirnschmalz investieren, denn das Motto von Microsoft lautet halt nach wie vor: "Warum einfach, wenn's auch umständlich geht?".
  • 13. Oktober 2021:
    Captain Kirk durchfliegt wieder die unendlichen Weiten. Der inzwischen schon 90-jährige Schauspieler William Shatner, der durch seine Rolle in Star Trek berühmt wurde, ist wohlbehalten von einem kurzen Ausflug in den Weltraum zurückgekehrt. Diesmal war er allerdings nicht der Kommandant, sondern nur einer von 4 Passagieren an Bord der wiederverwendbaren Kapsel "New Shepard", die von der Firma Blue Origin des Amazon-Gründers Jeff Bezos gebaut wurde. Aber Shatner ist jetzt immerhin der mit Abstand älteste Astronaut und er durfte sogar umsonst mitfliegen.
  • 26. Oktober 2021:
    Nach der Wahl tritt erstmals wieder der Bundestag zusammen, aber die AfD muss leider draußen bleiben, denn auch für die Abgeordneten gilt jetzt die 3G-Regel (Geimpft, Genesen oder Getestet). Daran können oder wollen sich zahlreiche AfD-Virenschleudern jedoch nicht halten und deshalb werden sie auf der Besucher-Tribüne isoliert.
    Nachtrag:
    Die Verweigerungs-Haltung der AfD zu sämtlichen Corona-Maßnahmen hat natürlich Folgen. Nach Tino Chrupalla hat sich inzwischen auch Alice Weidel infiziert.
  • Anfang November 2021:
    Die 4. Corona-Welle, die bereits im September Fahrt aufnahm, entwickelt sich langsam zur schon bekannten Krise. In Deutschland erreichen die Fallzahlen neue Rekordwerte und wieder sind die Intensiv-Stationen rappelvoll, diesmal allerdings überwiegend mit Ungeimpften, bei denen die Evolution jetzt halt ihre Arbeit macht. Ein Lockdown, der die Doofen vor ihrer eigenen Blödheit schützen und auch die Geimpften einschränken würde, steht mittlerweile jedoch nicht mehr zur Debatte. Stattdessen wird über eine konsequente Anwendung der 2G- und 3G-Regeln und sogar über eine Impfpflicht diskutiert. Aber was wäre deutsche Corona-Politik ohne die übliche Verwirrungs-Taktik? In einem Anflug von Aktionismus prescht Noch-Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) mal wieder nach vorne und fordert die sofortige Booster-Impfung. Das ist zwar grundsätzlich nicht verkehrt, denn eine dritte Impfung frischt die schleichend nachlassende Immunität noch einmal auf und erhöht die Widerstandskraft um ein Vielfaches. Nur leider sind die Impfzentren inzwischen geschlossen und die Hausärzte von dem plötzlichen Andrang völlig überfordert, während die Wissenschaftler die Booster-Impfung erst 6 Monate nach der 2. Impfung empfehlen. Auch ich bin etwas verunsichert, ob ich wirklich noch über den vollen Impfschutz verfüge, aber mein Arzt klärt mich auf, dass ich den Booster frühestens in 1-2 Monaten brauche.
  • 06. November 2021:
    So, jetzt habe ich lange genug auf Windows 11 gewartet und installiere es manuell mit Hilfe des Update-Assistenten, den man bei Microsoft runterladen kann. Es darf ja schließlich nicht sein, dass meine Lebensgefährtin ein moderneres Betriebssystem hat als ich. Hätte ich mir Windows 11 bei ihr aber mal genauer angesehen, dann hätte ich das wahrscheinlich gelassen. Nachdem ich das nach jedem größeren Update übliche Durcheinander in meiner individuellen Konfiguration beseitigt habe, bin ich dann vom Ergebnis doch ein Bisschen enttäuscht. Microsoft hat halt mal wieder vieles aus Langeweile anders, aber nicht unbedingt besser gemacht, was vorher bereits prächtig funktionierte und auch gut aussah, nur damit sich die Benutzer umgewöhnen müssen. Obendrein wurden mehrere zentrale Funktionen einfach komplett gestrichen:
    • Das Startmenü ist nicht wie erhofft schöner geworden, sondern wurde so radikal vereinfacht, dass es seinen im Namen enthaltenen Zweck, nämlich das Starten von Anwendungen zu ermöglichen, kaum noch erfüllen kann. Man kann dort gerade noch ein paar Apps in Form namenloser Icons ablegen, aber sie übersichtlich nach Themen zu gruppieren ist schon nicht mehr vorgesehen und wenn man einer Anwendung einen Aufrufparameter mitgeben will, dann ist ganz Schluss. Wer sich unter Windows 10 die Mühe gemacht hat, sich ein komplexes Startmenü aus durchdacht angeordneten Live-Kacheln in unterschiedlichen Größen zusammenzustellen, dürfte sich jedenfalls ganz schön ärgern, denn das ist jetzt alles weg.
    • Das Startmenü hat mir allerdings noch nie wirklich gefallen und deshalb habe ich meine Anwendungs-Links bisher in individuellen Schnellstart-Menüs für die Taskleiste untergebracht. Auch das geht jetzt nicht mehr. Nach mehreren Stunden Forschung habe ich zum Glück ein kleines Freeware-Programm gefunden (SystemTrayMenu), das diese Aufgabe übernimmt und über ein Symbol im Notification-Bereich der Taskleiste meine Link-Ordner als strukturierte Menüs anzeigen kann.
    • Die Taskleiste ist auch allgemein kaum noch als solche zu bezeichnen, denn effizient irgendwelche Aufgaben erledigen kann man damit nicht mehr. Mal schnell per Rechtklick den Task-Manager aufrufen? Nee, is nich. Da kommt nur ein sehr übersichtliches Kontextmenü mit dem einzigen Eintrag "Taskleisteneinstellungen", aber auch dort sucht man viele gewohnte Funktionen vergebens. Vor allem fehlt die Einstellung "Anwendungen nur gruppieren, wenn die Taskleiste voll ist" und auch ein aussagefähiger Anwendungsname lässt sich nicht anzeigen. Da kann es schon mal vorkommen, dass sich hinter einem einzigen, unbeschrifteten Taskleisten-Symbol ein Dutzend Browser-Fenster verbergen, die man auf den ersten Blick weder unterscheiden noch gezielt auswählen kann. Im Internet findet man zwar zahlreiche Anleitungen, wie man die voll funktionale Taskleiste von Windows 10 auch in Windows 11 aktivieren kann, aber entweder gehen danach andere Dinge nicht mehr oder es müssen noch zusätzliche, teilweise kostenpflichtige Programme installiert werden, die man nicht unbedingt haben will.
    Besonders der letzte Punkt hat bei vielen Windows 11 Nutzern für einigen Unmut gesorgt, denn die Zwangs-Gruppierung der Anwendungen in der Taskleiste ist für Power-User, die gerne mal mehrfach das gleiche Programm mit unterschiedlichem Inhalt auf haben, extrem nervig. Allein aus diesem Grund wird Windows 11 in zahlreichen Internet-Foren auf eine Stufe mit dem total vermurksten Windows 8 gestellt und vor dem Update gewarnt. Schon mehrere Tausend Anwender haben sich direkt bei Microsoft beschwert und mit Boykott-Drohungen um Nachbesserung gebeten. Ob's hilft? Schön wär's ...
    P.S.:
    Auch das Kontextmenü, das z.B. beim Rechtsklick auf den Desktop erscheint, wirkt jetzt irgendwie kastriert. Es sieht zwar etwas hübscher und übersichtlicher aus als noch in Windows 10, aber viele Einträge fehlen einfach und sind erst über den Link "Weitere Optionen" verfügbar. Offenbar will Microsoft so verhindern, dass das Kontextmenü von jedem installierten Programm mit irgendwelchem Quatsch zugemüllt wird, aber es soll ja auch Leute geben, die genau das sehen wollen und die dafür jetzt halt noch einen zusätzlichen Mausklick ausführen müssen. Zum Glück gibt es aber einen einfachen Registry-Hack, mit dem man wieder das vollständige Kontextmenü von Windows 10 herstellen kann.
    Der in die Jahre gekommene Internet Explorer 11 ist übrigens ebenfalls endlich verschwunden und lässt sich unter Windows 11 wohl auch nicht mehr installieren. Darüber dürften sich jedoch nur die Wenigsten aufregen. Obwohl ich beruflich mal eine Web-Anwendung geschrieben habe, die im IE am besten läuft, weil sie gezielt dessen Sicherheitslücken ausnutzt, und die bei meinem Arbeitgeber immer noch im Einsatz ist ...
    Nachtrag:
    Mit Hilfe des Freeware-Programms ExplorerPatcher ist es inzwischen möglich, die nervige Zwangs-Gruppierung von Fenstern in Windows 11 rückgängig zu machen und der Taskleiste auch allgemein viele Funktionen aus Windows 10 wieder zurückzugeben. Eigentlich hatte ich den ExplorerPatcher schon vor Monaten gefunden, aber damals wirkte die komplizierte, manuelle Installation noch wenig vertrauenswürdig. Mittlerweile gibt es jedoch ein ordentliches Setup und sogar eine Update-Funktion.
  • 11. November 2021:
    Nach William Shatner ist endlich auch Matthias Maurer an der Reihe. Pünktlich zum Beginn der Karnevals-Saison 2021/22 starten der deutsche Astronaut und 3 weitere Kollegen mit einer Falcon 9 Rakete zur ISS (International Space Station). Wegen des schlechten Wetters am US-Weltraum-Bahnhof Cape Canaveral und wegen eines Krankheitsfalls war der Start mehrfach verschoben worden, aber dann hat man zum Glück doch noch einen passenden Termin gefunden. Helau und Alaaf!
  • 19. November 2021:
    Die Krise wächst sich zur Katastrophe aus, denn inzwischen bringt fast jeder Tag einen neuen Rekord bei den Corona-Infektionen und die Kapazität der Intensiv-Stationen ist längst überschritten. Angesichts der viel zu geringen Impfquote in Deutschland war das auch durchaus absehbar, aber trotzdem soll noch immer das "Ende der epidemischen Lage" verkündet werden. Ermöglicht wird das durch ein neues Infektionsschutzgesetz, das von der Noch-Nicht-Regierung aus SPD, FDP und Grünen auf den Weg gebracht wurde und das (mal wieder) alles zum Guten wenden soll. Die verfügbaren Werkzeuge sind nach wie vor 3G, 2G und 2G+Test und was davon anzuwenden ist, wird von der Hospitalisierungsrate abhängen, also von der Anzahl der Erkrankten, die stationäre medizinische Hilfe benötigen, und die kann wiederum in jedem Bundesland anders sein. Ob man geimpft, genesen oder getestet ist, ist keine Privatsache mehr, sondern darf z.B. vom Arbeitgeber vor dem Betreten der Geschäftsräume abgefragt werden, und hartnäckigen Auskunfts-Verweigerern drohen sogar Lohnkürzungen oder die Kündigung. Den Rest soll das Allheilmittel Booster-Impfung richten und außerdem sollen sich jetzt bitte auch alle die endlich impfen lassen, die das ohne Zwang aber niemals tun werden (in Österreich dagegen wird dieser Zwang demnächst wirklich eingeführt).
    Für manche Wissenschaftler und Ärzte kommen aussichtslose Impf-Appelle und irgendwelche G-Regeln, die auch tatsächlich überprüft werden, allerdings viel zu spät und deshalb fordern sie jetzt doch wieder einen Lockdown für alle. Schon am Abend des gleichen Tages ist es auch bereits soweit und die ersten Bundesländer kündigen genau die bitteren, aber notwendigen Verbote an, die eigentlich unbedingt vermieden werden sollten. Jedenfalls werden die meisten Weihnachtsmärkte wohl auch in diesem Jahr wieder geschlossen bleiben.
    Ich bleibe dagegen ganz entspannt. 2 Mal bin ich schon geimpft und meinen Booster hole ich mir so schnell, wie es eben möglich ist. Ansonsten bleibe ich weiter vorsichtig, trinke meinen Glühwein zuhause und mache dann halt noch ein weiteres Jahr Homeoffice ...
    P.S.:
    Was mich allerdings wirklich ärgert, ist die Tatsache, dass man jetzt auch allgemein keine ernste Erkrankung mehr bekommen und keinen schweren Unfall mehr haben darf, weil irgendwelche ungeimpften Vollpfosten sämtliche Betten in den Krankenhäusern blockieren. Ich schiebe einige dringend fällige Routine-Untersuchungen schon seit Monaten vor mir her, weil ständig Corona dazwischen funkt. Wären alle nur ein Bisschen vernünftiger und solidarischer, dann könnten wir den ganzen Mist schon längst hinter uns haben.
  • 24. November 2021:
    Nur 2 Monate nach der Bundestagswahl steht der Vertrag für eine Ampel-Koalition aus SPD, FDP und Grünen und Schlaftablette Olaf Scholz (SPD) kann endlich Bundeskanzlerin werden. Sein glückloser Konkurrent Armin Laschet (CDU) hat inzwischen auch eingesehen, dass das mit ihm nix mehr wird, und hat sich in die politische Bedeutungslosigkeit zurückgezogen. Deshalb muss die CDU jetzt nach einem neuen Vorsitzenden suchen, aber dafür stehen mal wieder nur die üblichen Verdächtigen zur Auswahl, die schon früher niemand haben wollte.
  • 26. November 2021:
    Als würde es noch nicht reichen, breitet sich in Südafrika jetzt auch noch eine neue Corona-Variante aus. Das mit dem griechischen Buchstaben Omikron bezeichnete Virus besitzt zahlreiche Mutationen, die es noch ansteckender und sogar resistenter gegen den bisherigen Impfschutz machen. Bei allem, was neu ist, sind wir Hessen natürlich immer ganz vorne dabei und durch unser Tor zur Welt, den Frankfurter Flughafen, ist bereits der erste Infizierte aus Südafrika eingetroffen.
    P.S.:
    Auch ohne neue Mutationen wurde diese Woche in Deutschland die Schwelle von 100.000 Toten seit Begin der Pandemie überschritten und die täglichen Infektionsraten erinnern mittlerweile an die in den USA unter Donald Trump.
  • Anfang Dezember 2021:
    Auch wenn Weihnachten dieses Jahr wegen Corona wohl wieder etwas trist wird, können wir uns doch wenigstens auf einen Weihnachts-Kometen freuen. Der Komet Leonard (C/2021 A1) wird am 12. Dezember 2021 in 35 Millionen Kilometer Entfernung (also relativ nah) an der Erde vorbei ziehen und ist schon jetzt mit bloßem Auge sichtbar. Entdeckt wurde Leonard bereits Anfang 2021 von dem Astronomen Gregory Leonard (nicht, wie man vielleicht vermuten könnte, von Dr. Leonard Hofstadter aus der Big Bang Theory).
  • 02. Dezember 2021:
    • "Du hast den Farbfilm vergessen, oh Angela". Mit diesem und anderen Klassikern bekommt Mutti beim großen Zapfenstreich zum Abschied den Marsch geblasen. Vor dem Ende ihrer Kanzlerschaft muss Angela Merkel (CDU) aber noch einige Corona-Entscheidungen aus der Minister-Runde verkünden. Es bleibt bei den schon bekannten G-Regeln und hinzu kommen einige Einschränkungen für Großveranstaltungen, aber die Bundesländer dürfen in der Umsetzung gerne auch etwas strenger vorgehen. Für Impfmuffel weht allerdings endlich ein rauherer Wind, denn sie bleiben jetzt praktisch von allem ausgeschlossen, was nicht der unmittelbaren Grundversorgung dient.
    • Auch in Österreich endet eine Ära, denn Burli will wieder heim zur Mama. Nachdem der ehemalige Vorzeige-Konservative Sebastian Kurz (ÖVP) bereits zum wiederholten Mal als Kanzler gescheitert ist, gibt er jetzt auch alle seine anderen politischen Ämter auf und löst damit eine größere Regierungsumbildung in der Alpen-Republik aus. Offiziell spricht Kurz zwar von familiären Gründen, aber es könnte vielleicht auch was mit den schweren Korruptions-Vorwürfen und mit deren juristischer Aufarbeitung zu tun haben. Es stellt sich allerdings die Frage, ob der Kleine überhaupt schon strafmündig ist oder ob die manipulierten Meinungsumfragen auf Staatskosten als Lausbubenstreich durchgehen.
  • 08. Dezember 2021:
    Ich hatte ja ursprünglich auf eine weitere "große" Koalition aus SPD und CDU getippt, aber jetzt bekommen wir tatsächlich eine Ampel-Regierung, die offensichtlich von der FDP angeführt wird. Die Grünen haben sich dagegen bereitwillig über den Tisch ziehen lassen und viele ihrer Forderungen für eine ökologische Wende aufgeben müssen. Also hatte ich irgendwie doch Recht, denn obwohl das Motto des Koalitions-Vertrags "Mehr Fortschritt wagen" lautet, bleibt alles beim Alten und besser verdienende SUV-Fahrer mit einer reichen Erbtante müssen sich keine Sorgen mehr machen. Die SPD, die ja eigentlich die stärkste Partei des Trios ist, tritt bei all dem kaum in Erscheinung, aber immerhin wird ihr Kandidat Olaf Scholz zum neuen Kanzler von Christian Lindners Gnaden gewählt. Das wollte ich zum Schluss noch erwähnen, sonst bekommt es vielleicht niemand mit ...
    P.S.:
    Olaf Scholz und auch viele seiner Minister haben bei ihrer Vereidigung bewusst auf die traditionelle Formel "So wahr mir Gott helfe" verzichtet. Als überzeugter Atheist und Heiden-Kind freut mich das natürlich ganz besonders.
  • 17. Dezember 2021:
    Auch Friedrich Merz hat's im dritten Anlauf endlich geschafft. Der Chef-Lobbyist der Investmentgesellschaft BlackRock wird mit großer Mehrheit zum neuen Vorsitzenden der CDU gewählt und kann die Rentner-Partei jetzt in die glänzende Zukunft der 1990er-Jahre führen.
  • 25. Dezember 2021:
    Es ist u.a. Weihnachten, aber für die Astronomie ist dieser Termin noch viel wichtiger. Mit 10 Jahren Verspätung hebt das James Webb Weltraumteleskop endlich vom europäischen Weltraumbahnhof in Kourou / Französisch Guyana ab. Trotz Bilderbuch-Start ist jedoch noch nicht alles in trockenen Tüchern, denn das Weltraumteleskop muss erst noch sicher seinen Bestimmungsort, den Lagrange-Punkt L2, erreichen und seine diversen Instrumente fehlerfrei entfalten. Das nach dem früheren NASA-Administrator James Edwin Webb benannte Gerät soll als überfällige Ablösung des betagten Hubble Teleskops dienen und dessen Leistungsfähigkeit weit übertreffen, so dass wir in den nächsten Jahren hoffentlich mit vielen neuen Erkenntnissen und vor allem noch beeindruckenderen Bildern des Universums rechnen dürfen.
  • 29. Dezember 2021:
    Nachdem ich bereits im letzten Jahr ein paar Probleme mit meiner Hardware hatte, durfte ich mir jetzt zu Weihnachten auch mal wieder einen neuen PC-Monitor gönnen. Der alte hat zwar tapfer über ein Jahrzehnt durchgehalten, aber seit einigen Wochen lässt er gerne mal eine ganze Pixel-Zeile mitten im Bild leer und das nervt auf Dauer. Jetzt muss eigentlich nur noch meine Tastatur den Geist aufgeben, dann wäre meine Ausrüstung endlich komplett neu.
  • 01. Januar 2022:
    Obwohl wieder sämtliche Großveranstaltungen wegen Corona abgesagt wurden, sind wir doch ganz gut ins neue Jahr 2022 gekommen und um Mitternacht sind sogar vereinzelt ein paar Raketen aufgestiegen und einige Böller gezündet worden. Am allerbesten hat jedoch meine Kirsch-Bowle mit reichlich Rum geballert.
  • 19. Januar 2022:
    Der deutsche Schauspieler, Schriftsteller, Pilot und Weltenbummler Hardy Krüger verstirbt 93-jährig in seiner Wahlheimat Kalifornien. Krüger spielte u.a. in mehreren bekannten Hollywood-Filmen mit, bevor ihm mit seinen interessanten, aber unaufgeregten Reiseberichten ein Comeback im Fernsehen gelang.
  • 20. Januar 2022:
    • Einen Tag nach meiner Lebensgefährtin bekomme auch ich endlich meine dritte Corona-Impfung als Booster. Diesmal ist der Stoff zwar nicht von BioNTech, sondern von Moderna, aber ich spüre erneut keinerlei Nebenwirkungen, während meine bessere Hälfte doch einen Tag lang etwas schlapp ist. Bei mir dagegen tut nur wieder die Einstichstelle eine Weile beim Anfassen ein kleines Bisschen weh, aber das bedeutet ja nur, dass mein Immunsystem tatsächlich reagiert und die gewünschten Antikörper herstellt. Wird auch Zeit, denn die Omikron-Welle rollt gerade mit Ansteckungsraten weit jenseits der 100.000 pro Tag über ganz Deutschland hinweg. Trotzdem entspannt sich die Lage wieder, denn die inzwischen vorherrschende Omikron-Variante ist zwar sehr ansteckend, aber führt überwiegend zu milderen Krankheitsverläufen, so dass die Intensivstationen nicht mehr bis zum Anschlag ausgelastet sind. Außerdem entfalten die Booster-Impfungen langsam ihre Wirkung und verhindern schwere Erkrankungen. Meine letzte Impfung wird das allerdings mit Sicherheit nicht gewesen sein ...
    • Gegen Missbrauch, Vertuschung und Lügen in der katholischen Kirche hilft leider keine Impfung. Auch "unser" Ex-Papst Benedikt XVI. steht jetzt unter dem dringenden Verdacht, noch als Kardinal Joseph Ratzinger seine schützende Hand über einige Kinderschänder im Priestergewand gehalten zu haben. Benedikt bestreitet das natürlich und ist sich auch sonst keiner Schuld bewusst, aber immerhin lässt er sich dazu herab, für die Missbrauchsopfer zu beten. Ob denen damit in irgendeiner Form geholfen ist, darf allerdings bezweifelt werden. Ich habe jedenfalls keinerlei Verständnis dafür, dass man die Benedikts, die Woelkis und die zahlreichen Täter, die durch sie einer gerechten Bestrafung entzogen wurden, noch immer nicht ernsthaft juristisch belangt. Bei jedem anderen stünde längst der Staatsanwalt auf der Matte.
      Nachtrag:
      Inzwischen erinnert sich Benedikt wieder etwas besser, aber irgendwie soll das damals trotzdem ganz anders gelaufen sein. Von einer Lüge kann auch keine Rede sein, denn man hat ihn lediglich missverstanden und ungenau zitiert. Schon klar ...
  • 28. Januar 2022:
    Jörg Meuthen macht es Bernd Lucke und Frauke Petry nach und wirft nicht nur sein Amt als AfD-Vorsitzender hin, sondern tritt auch gleich noch aus der Partei aus. Meuthen war einer der letzten "Gemäßigten" in der AfD und versuchte erfolglos, den sogenannten rechten "Flügel" in Schach zu halten. Jetzt reifte in ihm offenbar die überfällige Erkenntnis, dass die AfD längst von antidemokratischen Kräften gekapert wurde, mit denen keine halbwegs seriöse Politik auf dem Boden des Grundgesetzes mehr machbar ist. Bald sind die Kleingeister, Schreihälse und Hitler-Versteher endlich unter sich.
  • 02. Februar 2022:
    Atomenergie ist jetzt nachhaltig. Das jedenfalls beschließt die EU-Kommission, indem sie Atomkraftwerke (und auch Gaskraftwerke) als klimafreundliche Technologie einstuft, in die man bedenkenlos investieren darf ("Taxonomie"). Tatsächlich wird beim Betrieb eines Kernkraftwerks kaum Kohlendioxid freigesetzt (wenn man die aufwendige Gewinnung und Anreicherung des Urans mal nicht mitrechnet) und etwas nachhaltigeres kann man sich kaum vorstellen, denn an dem radioaktiven Müll werden noch tausende Generationen nach uns ihre Freude haben.
  • 03. Februar 2022:
    • Und sie bewegt sich doch, die katholische Kirche, wenn auch nur ganz zögerlich und mit winzigen Schritten. Kardinal Reinhard Marx, der Erzbischof von München und ein Namensvetter von mir, denkt öffentlich, aber natürlich unverbindlich über eine Abschaffung des Zölibats nach. Dann wären kirchliche Ämter keine Rückzugsorte für sexuell unreife oder gestörte Personen mehr und die Lebensqualität der Priester würde ebenfalls steigen. Außerdem gehöre Sexualität ja doch irgendwie auch zum priesterlichen Leben. Wer hätte das gedacht?
    • Während Kardinal Marx ein kleines Schrittchen nach vorne wagt, marschiert sein Kollege Rudolf Voderholzer, der Bischof von Regensburg, mit Vollgas rückwärts durch den Porzellanladen. Voderholzer erklärt uns logisch einwandfrei, warum die katholische Kirche die aus seiner Sicht meist harmlosen (!!!) Fälle von Kindesmissbrauch unbedingt zum Wohle aller vertuschen musste: Hätte man sie zur Anzeige gebracht, dann wären die Opfer durch polizeiliche Verhöre und durch den öffentlichen Rummel noch zusätzlich traumatisiert worden. Die Opfer selbst können dieser Argumentation allerdings nicht ganz folgen, sondern fühlen sich nur ein weiteres Mal verhöhnt. So lange es komplett Empathie-befreite Kirchenfürsten wie Bischof Voderholzer gibt, die immer noch mit bestem Gewissen sogar krasseste Verfehlungen klein reden, muss ich meine Meinung über diesen seit Jahrhunderten kriminellen Trachtenverein wohl doch nicht so schnell überdenken.
  • 13. Februar 2022:
    Frank-Walter Steinmeier (SPD) wird von der Bundesversammlung mit einer klaren Dreiviertel-Mehrheit wieder gewählt und bleibt für die nächsten 5 Jahre unser Präsi. Würdevoll gucken kann Häuptling Silberlocke ja schon immer und mit einigen engagierten Reden wächst er auch langsam in die Rolle der Repräsentations- und Integrationsfigur, die ein Bundespräsident spielen sollte.
  • Mitte Februar 2022:
    Sind es nur "harmlose" Manöver oder bereitet die russische Armee einen Einmarsch in die Ukraine vor? Und vor allem: Was will Wladimir Wladimirowitsch Putin, seines Zeichens seit einer gefühlten Ewigkeit Präsident der Russischen Föderation und ein lupenreiner Autokrat, mit diesen Muskelspielen bezwecken? Respekt fordert er zunächst mal, dann noch ein Ende der NATO-Osterweiterung und eine Wiederbelebung der alten Macht und Größe Russlands wäre auch ganz nett. Respekt kann Putin von mir aus haben, denn das kostet nicht viel und außerdem ist er wenigstens einer der Intelligenteren unter den Despoten. Ein Geheimdienstler aus der guten, alten KGB-Schule halt. Auch dass die NATO den Russen seit dem Ende der Sowjetunion entgegen aller Versprechungen immer näher auf die Pelle gerückt ist, darf man nicht ignorieren. Aber ein russisches Imperium, wie es im kalten Krieg existierte, wird es hoffentlich nie wieder geben und da muss man den modernen Zaren auch mal mit konkreten Sanktionen in die Schranken weisen.
    Momentan ist die Lage rund um die Ukraine jedenfalls ziemlich unübersichtlich. Die Stimmung wechselt täglich zwischen Hysterie und Entwarnung, mal ist von einem Rückzug der russischen Truppen die Rede, dann wieder von einem unmittelbar bevorstehenden Angriff, und die diplomatischen Aktivitäten laufen auf Hochtouren, aber zeigen bisher kaum Erfolge. Sollte Putin sich mit seinen kalkulierten Provokationen verzocken und die NATO irgendwie in den drohenden militärischen Konflikt hinein gezogen werden, dann stünde ein dritter Weltkrieg vor der Tür, der womöglich auch mit atomaren Waffen ausgefochten würde. Das kann doch niemand ernsthaft wollen, egal ob im Osten oder im Westen.
    P.S.:
    Unser Altkanzler und oberster Gasableser Gerhard Schröder (SPD) nimmt in dieser Krise mal wieder eine äußerst fragwürdige Position ein, denn er steht fest an der Seite seines Herrchens Putin und hetzt zu dessen Zufriedenheit sogar gegen die angeblich "säbelrasselnde" Ukraine.
    P.P.S.:
    Aber eigentlich kann der Ukraine trotz der russischen Übermacht nicht viel passieren, weil wir großzügigerweise deutsche Qualitäts-Stahlhelme geliefert haben. Dafür bedankt man sich in der Ukraine auch brav und der Rest der Welt lächelt milde über so viel deutsches Engagement. Vielleicht sollten wir demnächst noch ein paar schicke Jacken oder Stiefel hinterher schicken.
    Liebe Ampel-Koalition, ich bin ja auch grundsätzlich gegen Waffenlieferungen, denn die haben noch keine einzige Krise entschärft und man kann sich nie sicher sein, wo die Dinger am Ende tatsächlich landen und gegen wen sie eingesetzt werden. Aber dann steht doch einfach dazu und blamiert Euch nicht mit solchen nutzlosen Alibi-Hilfen.
  • 21. Februar 2022:
    Putin eskaliert weiter, indem er die Separatisten-Gebiete in der Ost-Ukraine offiziell als unabhängige Staaten anerkennt. Das ist zwar ein genialer strategischer Schachzug, denn jetzt kann er Truppen in diese "befreundeten Staaten" entsenden, ohne dass es sich um eine offene Invasion handelt. Aber gleichzeitig würde jedes weitere militärische Vorgehen der Ukraine gegen die Rebellen zwangsläufig zu einem direkten Konflikt mit Russland führen, der sich schnell zu einer internationalen Katastrophe aufschaukeln könnte. Die Märkte sind von dieser neuen Konstellation jedenfalls überhaupt nicht begeistert und die Börsenkurse rauschen angesichts der erneut gestiegenen Kriegsgefahr in den Keller. Außerdem verhängen die ersten westlichen Länder bereits Sanktionen gegen Russland, u.a. auch Deutschland, das die Inbetriebnahme der umstrittenen Gas-Pipeline Nord Stream 2 vorerst stoppt. Da kann ich nur hoffen, dass ich meine Gasheizung in diesem Winter nicht mehr allzu oft anstellen muss ...
    P.S.:
    Aus Rücksicht auf seine chinesischen Verbündeten hat Putin zwar abgewartet, bis die mit ihren olympischen Winterspielen fertig waren, aber erstaunlicherweise reagieren die Chinesen ihm gegenüber trotzdem eher kühl und hätten lieber eine diplomatische Lösung unter Einhaltung des Völkerrechts, die ihr bereits leicht gebremstes Wirtschaftswachstum nicht noch mehr belastet. Zu den erwähnten Winterspielen ohne echten Schnee, aber mit viel Corona und noch mehr staatlicher Überwachung im totalitären Reich der Mitte müsste ich eigentlich auch noch was schreiben, aber als überzeugter Sport-Hasser lasse ich das besser mal.
  • 24. Februar 2022:
    Es herrscht Krieg in Europa! Noch vor wenigen Tagen hielt ich Wladimir Putin für einen geschickten Strategen, der seiner aggressiven Politik zumindest einen Anschein von Legalität geben will und der letztlich doch nicht bis zum Äussersten gehen würde. Aber offenbar hat der Kreml-Herrscher jetzt komplett den Verstand verloren, denn er lässt seine Armee ohne Rücksicht auf Verluste von allen Seiten in die Ukraine vorrücken und auch die russische Luftwaffe hat mit Bombardierungen begonnen.
    Die Reaktion der restlichen Welt auf den russischen Einmarsch lässt sich am besten als hilfloses Entsetzen beschreiben. Es soll zwar weitere Sanktionen geben und natürlich verurteilen alle Putins völkerrechtswidriges Vorgehen, aber das war's dann auch schon. Die NATO will jedenfalls nicht militärisch eingreifen, denn die Ukraine ist kein Mitglied, für das man den Bündnisfall ausrufen müsste, und das ist auch gut so. Trotzdem ist es frustrierend, dass man eigentlich nicht viel tun kann, sobald irgendein Drecksack über Rohstoffe und Atomwaffen verfügt.
    P.S.:
    Bisher macht nur einer gemeinsame Sache mit Putin: der weißrussische Diktator Alexander Lukaschenko, der seit fast 30 Jahren die Bevölkerung unterdrückt und das gegen jeden Widerstand auch weiter tun möchte. Mit seinem Einverständnis greift die russische Armee auch von Belarus aus die Ukraine an.
  • 28. Februar 2022:
    Delegationen aus Russland und der Ukraine beginnen mit Verhandlungen über einen Waffenstillstand, denn militärisch läuft es für die Russen nicht so richtig rund, weil sich die Ukrainer verbissen wehren, und auch die Sanktionen des Westens zeigen erste Wirkungen. Aber die Erwartungen sind nur gering und trotz Rosenmontag ist niemandem zum Feiern zumute. Außerdem spricht Putin immer wieder eindeutige nukleare Drohungen aus. Damals während des kalten Krieges hatte ich jedenfalls nicht so viel Angst ...
  • 04. März 2022:
    Russische Truppen haben gezielt das ukrainische Atomkraftwerk in Saporischschja beschossen und einen Brand ausgelöst. Zwar konnte das Feuer gelöscht werden und es betraf wohl auch nur unkritische Nebengebäude, so dass keine Radioaktivität ausgetreten ist. Trotzdem macht ein derart sorgloses Vorgehen inmitten einer hochgefährlichen Atomanlage einfach nur fassungslos. Wollten die Russen dem Westen vielleicht ganz kalkuliert vor Augen führen, was man alles anrichten könnte, selbst wenn man (noch) keine Atomwaffen einsetzt? Möglicherweise sind aber auch die Ukrainer nicht ganz unschuldig an dem Vorfall, weil sie das Kraftwerksgelände nicht vorsichtshalber aufgegeben, sondern sich trotz des hohen Risikos auf ein Verteidigungs-Gefecht eingelassen haben. Letztlich ist es völlig egal, wer dort warum auf wen geschossen hat, denn Atomkraftwerke müssen für Kampfhandlungen absolut tabu sein und im Zweifel muss der Klügere nachgeben.
    P.S.:
    Vielleicht ... möglicherweise ... Fragezeichen. Bei vielen Aussagen über den Verlauf des Krieges ist man leider auf die spärlichen und nur schwer überprüfbaren Informationen angewiesen, die die verfeindeten Parteien nach außen dringen lassen oder die sie selbst in viel Propaganda verpackt veröffentlichen. Das sollte man immer im Hinterkopf behalten, bevor man sich über die eine oder die andere Seite zu sehr empört.
  • 17. März 2022:
    • Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hält per Video-Schaltung aus dem umkämpften Kiew eine historische Rede vor dem deutschen Bundestag, in der er mehr Hilfe für sein Land fordert und auch nicht mit Kritik spart. Natürlich können und wollen wir nicht alles tun, was die verzweifelte Ukraine gerne hätte, denn das würde nur zu weiteren Eskalationen führen, und deshalb wird Selenskyj lediglich mit höflichem Applaus belohnt. Dass der Bundestag aber sofort nach dem Abschalten des Bildschirms zum nächsten Punkt der Tagesordnung mit einem völlig anderen Thema übergeht, ist schon irgendwie unangebracht und wirkt einfach nur peinlich.
    • Auch ich muss leider zum nächsten Tagesordnungspunkt wechseln, denn nicht nur die rechte AfD hat ein Personalproblem, sondern auch die Linkspartei. Deren Mitgründer und Ex-Vorsitzender Oskar Lafontaine nimmt sich Jörg Meuthen zum Vorbild und tritt nicht ganz unerwartet aus, weil er sich nicht mehr mit den politischen Inhalten identifizieren kann und schon länger mit seinem saarländischen Landesverband im Streit liegt. Damit kommt er aber lediglich einem laufenden Parteiausschlussverfahren zuvor.
      Nachtrag:
      Inzwischen hat es bei den Linken noch mal kräftig gerumpelt, denn auch deren bundesweite Co-Vorsitzende Susanne Hennig-Wellsow hat die Nase voll.
  • 18. März 2022:
    Die Ampel-Koalition bringt ein neues Infektionsschutzgesetz auf den Weg, das ganz klar die Handschrift der regierenden FDP trägt und mit dem fast alle Corona-Schutzmaßnahmen abgeschafft werden, u.a. auch die Maskenpflicht. Ist Corona denn jetzt endlich vorbei? Nein, ganz im Gegenteil. Die Omikron-Variante beschert uns noch immer regelmäßig Rekord-Inzidenzen, aber jetzt soll auf die eigenverantwortliche Vorsicht der mündigen Bürger gesetzt werden. Wie vorsichtig die tatsächlich sind, sieht man ja an den Querdenkern ...
  • 27. März 2022:
    Die Landtagswahl im Saarland sorgt für einige Überraschungen: Die SPD, für die es vorher nur zum Junior-Partner in einer großen Koalition mit der CDU reichte, erringt die absolute Mehrheit und kann zukünftig allein regieren. Entsprechend stark verliert die CDU, aber auch die Linken geben nach dem Austritt ihrer Galleonsfigur Oskar Lafontaine mehr als 10 Prozentpunkte ab und erhalten in ihrer ehemaligen Hochburg keine Sitze mehr. Auch allgemein wird der saarländische Landtag weniger bunt sein, denn weder die Grünen noch die FDP schaffen den Einzug und nur die AfD kann sich knapp über die 5%-Hürde retten.
  • 01. April 2022:
    In der Ukraine wird inzwischen seit über einem Monat heftig gekämpft, aber eine Entscheidung ist noch lange nicht in Sicht, weder auf dem Schlachtfeld, noch bei den Verhandlungen. Und auch bei uns werden die Auswirkungen des Kriegs und der Sanktionen gegen Russland in Form einer rasanten Inflation vor allem im Energie-Sektor spürbar. Verschärft wird die Lage noch durch eine Art Gegen-Sanktion von Wladimir Putin, denn der erlässt ein Dekret, dass Öl- und Gaslieferungen an "unfreundliche Staaten" (also auch an Deutschland) ab heute in Rubel zu bezahlen sind. Das ist kein Aprilscherz, sondern Putin will damit offenbar seiner Ramsch-Währung wieder auf die Beine helfen, während die Europäer in Schwierigkeiten kommen, da sie nur Euro oder Dollar anzubieten haben. Deswegen herrscht an den Märkten natürlich sofort helle Panik, aber letztlich dürfte das Problem mit etwas Buchungs-Jongliererei zwischen den beteiligten Banken lösbar sein.
  • 13. April 2022:
    Unser Präsi Frank-Walter Steinmeier (SPD) würde gerne auch mal nach Kiew fahren, denn dort kann man angesichts zahlreicher russischer Kriegsverbrechen gerade medien-wirksam Betroffenheit demonstrieren. Nur leider ist er in der Ukraine angeblich unerwünscht, weil er vor Jahren als Außenminister freundschaftlich die Hand von Wladimir Putin geschüttelt hat. Die ukrainische Regierung dementiert zwar sofort, dass sie was gegen Steinmeier hätte, aber ein Besuch von Olaf Scholz (SPD) wäre ihr momentan trotzdem lieber, denn der hat als Kanzler wenigstens was zu sagen, obwohl er es nie tut. Und schon haben wir wieder einen tollen Aufreger, der perfekt von den eigentlichen Problemen ablenkt ...
    Nachtrag:
    Inzwischen haben wir uns alle wieder lieb, die Unstimmigkeiten mit der Ukraine sind ausgeräumt und unsere Außenministress Annalena Baerbock (Grüne) war auch bereits in Kiew zum Leichen-Gucken.
  • 24. April 2022:
    Das ist ja gerade noch mal gut gegangen. Der liberale und Europa-freundliche Emmanuel Macron wird erneut zum französischen Präsidenten gewählt. Allerdings holt die rechtsextreme Marine Le Pen immer mehr auf und ich will gar nicht darüber nachdenken, was aus Europa werden könnte, wenn diese Kräfte irgendwann in Frankreich die Macht übernehmen würden.
  • 08. Mai 2022:
    Auch in Schleswig-Holstein wird gewählt und Daniel Günther (CDU) wird souverän als Ministerpräsident bestätigt. Die SPD stürzt dagegen um über 10 Prozentpunkte ab und fällt deutlich hinter die relativ erfolgreichen Grünen zurück. Die AfD fliegt dagegen erstmals wieder aus einem Landtag raus, während sich die FDP trotz Verlusten noch über der 5%-Hürde halten kann. Für die Partei der dänischen Minderheit (SSW) gilt die 5%-Hürde zwar nicht, aber es hätte sogar dafür gereicht. Die Linken spielen in dem nördlichen Bundesland übrigens nach wie vor keine Rolle.
  • 10. Mai 2022:
    Heute endet offiziell mein über 2-jähriges Corona-Homeoffice. Einmal pro Woche muss ich jetzt doch wieder ins Büro fahren, aber dort herrschen immer noch strenge Auflagen und die neben mir ebenfalls anwesenden Kollegen kann ich an den Fingern einer Hand abzählen. Also werden die üblichen Meetings weiterhin virtuell in Mircosoft-Teams abgehalten und das hätte ich auch von zuhause aus gekonnt. Wenigstens gab's was Leckeres in der Kantine, sonst hätte ich mir die Fahrt sparen können. Eines hat sich jedoch nicht geändert: Am Abend stehe ich wegen einer Vollsperrung auf der A3 im obligatorischen Mega-Stau und brauche für die 40km-Strecke fast 3 Stunden. War ja klar ...
  • 12. Mai 2022:
    Nachdem Astronomen bereits 2019 eine Aufnahme des Schwarzen Lochs in der Galaxie M87 präsentieren konnten, gelang das jetzt auch mit dem Schwarzen Loch im Zentrum unserer eigenen Milchstraße.
  • 14. Mai 2022:
    Beim ESC (European Song Contest) ging es ja noch nie nur um Musik, sondern vor allem darum, welche Nationen sich momentan gut leiden können. Diesem Prinzip verdankt diesmal auch die überfallene Ukraine ihren Sieg, denn mit der präsentierten schrägen Mischung aus Rap und Folklore ist er kaum zu rechtfertigen. Trotzdem kann man den Ukrainern diesen kleinen Erfolg gönnen, aber es stellt sich natürlich die Frage, wo der ESC im nächsten Jahr sicher abgehalten werden kann, falls dann immer noch gekämpft wird. Und falls nicht, dann wäre es doch ziemlich unpassend, eine derartige Glamour-Veranstaltung zwischen Ruinen zu zelebrieren.
    In Deutschland haben wir diese Sorgen dagegen nicht, denn unser Beitrag landet mal wieder mit Abstand auf dem verdienten letzten Platz. Anderen Teilnehmern gelingt es immerhin, ihren musikalischen Käse mit einer originellen Bühnen-Show aufzupeppen, aber nicht mal das kriegen wir hin. Der Aggressor Russland darf diesmal übrigens nicht mitmachen, aber das ist nur deshalb schade, weil wir sonst wenigstens den vorletzten Platz sicher gehabt hätten.
  • 15. Mai 2022:
    In Nordrhein-Westfalen, der Heimat von Armin "Luschi" Laschet (CDU), wird gewählt. Da der erfolglose Ex-Kanzler-Kandidat nicht mehr in Erscheinung tritt, läuft es trotz der geringen Bekanntheit seines Nachfolgers Hendrik Wüst für die CDU prächtig und sie wird als stärkste Kraft bestätigt. Nur leider schwächelt der bisherige Koalitionspartner FDP, der massiv verliert und es nur knapp über die 5%-Hürde schafft. Ähnlich ergeht es der AfD, die zwar nur leichte Verluste beklagen muss, aber die 5%-Hürde ebenfalls nur mit Mühe nimmt. Die Linken haben nicht so viel Glück und bleiben deutlich unter 5%. Die SPD verteidigt zwar ihren zweiten Platz hinter der CDU, aber gibt erneut stark ab und fährt ihr bisher schlechtestes Ergebnis in NRW ein. Von den Verlusten der anderen Parteien profitieren dagegen die Grünen, die ihre Sitze im Landtag verdreifachen und auf jeden Fall an der nächsten Landesregierung beteiligt sein werden. Ob die allerdings Schwarz-Grün oder entgegen dem Wählerwillen Rot-Gelb-Grün sein wird, ist noch nicht geklärt.
  • 31. Mai 2022:
    In Hessen wird der Ministerpräsident ohne vorherige Wahl ausgetauscht, denn Volker Bouffier (CDU), unser Landesvater mit dem markanten Pferdegebiss, räumt nach fast 12 Jahren im Amt aus Altersgründen freiwillig die Bühne. Sein Nachfolger wird der jüngere, aber völlig unbekannte Boris Rhein (ebenfalls CDU), ein Doppelgänger des Komikers Ralf Kabelka.
  • 01. Juni 2022:
    Die lang ersehnte Steuersenkung auf Benzin tritt in Kraft und soll die Autofahrer entlasten, denen seit Beginn des Ukraine-Kriegs nach jedem Tankvorgang die Tränen in die Augen steigen. Doch an den Tankstellen verpufft der eigentlich gewünschte Effekt fast vollständig und die Spritpreise sinken kaum, weil sich stattdessen die Mineralöl-Konzerne auf Kosten des Staats weiterhin ungeniert die Taschen voll machen.
  • 06. Juni 2022:
    Dank vieler windiger Versprechungen übersteht Großbritanniens Premierminister Boris Johnson knapp ein Misstrauensvotum, das von seiner eigenen konservativen Partei angestrengt wurde. "Brexit" Boris war in die Schusslinie geraten, da er sich vor einiger Zeit nicht an die von ihm selbst erlassenen Corona-Beschränkungen gehalten, sondern lieber Party gefeiert hatte.
Die Analyse des 20. Jahres
Corona ist noch nicht vorbei, da haben wir schon die nächste große Krise: Russland unter Wladimir Putin führt einen Angriffskrieg gegen die Ukraine, der aber nicht so genannt werden darf. Der Kreml spricht offiziell von einer "Sonder-Operation" und jeder, der das anders sieht (also praktisch die ganze restliche Welt), wird als "Nazi"* bezeichnet und mit dem Einsatz von Atomwaffen bedroht. Auch die direkt Angegriffenen sind natürlich "Nazis"*, von denen man die Ukraine säubern muss, obwohl deren demokratisch gewählter Präsident Wolodymyr Selenskyj ein Jude ist. Die bombardierten ukrainischen Zivilisten und die Opfer der russischen Kriegsverbrechen müssen dieser Logik folgend ebenfalls alle "Nazis"* gewesen sein, sonst wären die Russen ja selbst "Nazis"*. Da stellt sich natürlich die Frage, warum die Ukrainer nicht längst ihre Waffen niedergelegt haben und die "Befreier" nicht jubelnd mit Blumen begrüßen. Stattdessen wehren sie sich seit Monaten mit allen verfügbaren Mitteln gegen die russischen Invasoren, die sich das alles wohl ein Bisschen anders vorgestellt hatten.
 
* Inzwischen ist es ja eine regelrechte Mode geworden, jeden pauschal als "Nazi" zu bezeichnen, der nicht die eigene Meinung teilt. Sogar wirkliche Nazis (also tiefbraune, antisemitische, rechtsextreme Hitler-Anhänger und -Nachfolger) betiteln ihre Gegner gerne als "Nazis". Das ist eine gezielte Verdrehung historischer Tatsachen, eine Verharmlosung der eigenen, verbrecherischen Gesinnung und ein klassisches Totschlag-Argument, denn jeder, der als "Nazi" beschimpft wird, muss sich ja erst mal rechtfertigen und kommt gar nicht dazu, sachliche Kritik zu äußern. Vermutlich sind wir Deutschen wegen unserer geschichtlichen Vorbelastung aber die Einzigen, die sich noch an der inflationären Verwendung des Wortes "Nazi" stören.
Ein Ende des Kriegs in der Ukraine ist momentan nicht absehbar. Die Verhandlungen stocken, sofern sie überhaupt noch stattfinden, und auch militärisch kommt keine der beiden Seiten entscheidend voran. Der Westen unterstützt die Ukraine zwar durch beispiellose Sanktionen gegen Russland und mittlerweile auch durch Waffenlieferungen, aber dabei ist Vorsicht geboten. Was können wir auch sonst groß tun? Uns mit noch schärferen Sanktionen gegen Russland selbst den Gashahn zudrehen, bevor wir über alternative Energiequellen verfügen? Oder durch noch stärkere militärische Unterstützung der Ukraine einen Atomkrieg mit dem zu allem entschlossenen Despoten Putin riskieren?
Es war halt eine schöne Illusion, man könne autoritäre Regime allein durch freundliches aufeinander Zugehen, durch enge Handelsbeziehungen und mit etwas Diplomatie auf einen freiheitlichen, demokratischen Kurs bringen. Und nach dem Ende des kalten Kriegs haben wir uns zu lange in der trügerischen Sicherheit gewiegt, dass ein militärischer Konflikt in Europa nicht mehr möglich sei. Es gab zwar genug Anzeichen dafür, dass Putin nicht zu trauen ist, aber die wollten wir einfach nicht sehen, weil er sich auf dem internationalen Parkett lange einwandfrei benahm und sogar beinahe charmant auftreten konnte (im Gegensatz zu z.B. dem rüpelhaften Donald Trump). Die perfiden Giftmorde an Überläufern und politischen Gegnern haben wir als schlechte Angewohnheit aus Putins Geheimdienstzeit entschuldigt, seinen diktatorischen Regierungsstil haben wir als traditionelle Eigenart der russischen Kultur verharmlost und seine früheren Militär-Aktionen erschienen uns zumindest entfernt gerechtfertigt oder die betroffenen Gebiete interessierten uns höchstens so lange, bis sie von der nächsten Schlagzeile verdrängt wurden. Von dieser totalen Fehleinschätzung nehme ich mich auch selbst nicht aus. Die Zeiten des sorglosen und naiven Ignorierens sind jedoch endgültig vorbei, denn selbst überzeugte Pazifisten haben inzwischen eingesehen, dass Putins Russland eine ernste Gefahr für den Rest der Welt darstellt, gegen die dringend etwas unternommen werden muss. In seiner Unberechenbarkeit ist Putin sogar noch gefährlicher als alles, was uns während des kalten Kriegs mit der Sowjetunion drohte. Müssen wir jetzt doch wieder zu den längst überwunden geglaubten Verhaltensmustern zurückkehren und einen erneuten Rüstungswettlauf beginnen, um uns vor solchen skrupellosen Aggressoren zu schützen? Eigentlich hätten wir genug andere Probleme ...
Es mag langfristig beruhigen, dass Wladimir Putin eigentlich keiner höheren Ideologie folgt, wie z.B. dem Kommunismus, und dass bisher kein Nachfolger in Sicht ist, der Russland in seinem Sinne weiterregieren könnte. Putin ist lediglich irgendwie mit der nationalistisch-konservativen Partei Einiges Russland verbunden, aber kein offizielles Mitglied. Er steht für überhöhten Nationalismus, etwas Sowjet-Romantik und vor allem für sich selbst. Das sind zum Glück keine zukunftsfähigen Konzepte und schon heute werden sie von den meisten jüngeren Russen nicht mehr mitgetragen.
Das Problem Putin kann letztlich nur vom russischen Volk gelöst werden. Dazu können wir mit unseren Sanktionen Hilfestellung geben, aber zum Teufel jagen muss es ihn schon selbst. Jeder Versuch, das von außen zu tun, würde Putins paranoide Weltsicht nur bestätigen und hätte wahrscheinlich katastrophale Folgen. Und egal welche Verbrechen Putin bereits verübt hat oder noch verüben wird, man muss ihm trotzdem einen Ausweg offen halten, damit er sich nicht in die Enge getrieben fühlt und keine noch viel verhängnisvolleren Dummheiten macht. Außerdem müssen wir, wenn wir Pech haben, vielleicht noch 20 Jahre oder sogar länger irgendwie mit diesem Psychopathen zurecht kommen. Eine Patent-Lösung, wie man den Ukraine-Krieg schnell beenden und nebenbei auch Putin elegant loswerden könnte, habe jedoch auch ich leider nicht anzubieten.
Ich traue mich kaum, es zu schreiben, aber der Ukraine-Krieg könnte auch durchaus eine positive Seite haben. Falls uns nicht vorher eine Atombombe auf den Kopf fällt, werden ihn zukünftige Historiker vielleicht mal als den großen, überfälligen Arschtritt werten, der uns aus unserer jahrzehntelangen Lethargie weckte. Was die Fridays for Future Bewegung nicht erreichte, das bewirkt jetzt endlich Wladimir Putin, indem er uns unsere fatale Abhängigkeit von klimaschädlichen, fossilen Energieträgern vor Augen führt, durch deren Kauf wir den Krieg mitfinanzieren. Plötzlich bemühen wir uns ernsthaft, in großem Stil auf umweltfreundlichere Alternativen umzusteigen, die nicht von irgendwelchen Despoten kontrolliert werden. Sogar die konservativen und neo-liberalen Kapitalismus-Verfechter, die früher jeden ökologischen Fortschritt blockierten, weil sie den Niedergang der Wirtschaft befürchteten und um ihre gut bezahlten Aufsichtsrats-Posten bangten, setzen Nachhaltigkeit mittlerweile mit Freiheit gleich. Möglicherweise kriegen wir so doch noch die Kurve und das wäre dann wirklich die vielfach beschworene Zeitenwende ...
Wie schlägt sich eigentlich unsere noch relativ junge Ampel-Regierung in ihrer Feuertaufe?
  • Den Grünen und vor allem ihren Front-Leuten, Außenministerin Annalena Baerbock und Wirtschaftsminister Robert Habeck, wird allgemein ein ganz gutes Zeugnis ausgestellt. Es hat halt niemand erwartet, dass die beiden wirklich ernsthaft und konstruktiv Politik machen können. Viele prominente Mitglieder dieser eigentlich pazifistisch ausgerichteten Partei fordern allerdings lautstark mehr Waffenlieferungen an die Ukraine und entwickeln sich zu Experten für Panzerabwehrwaffen und andere große Kaliber (z.B. Anton Hofreiter). Ja, gut, wahrscheinlich sind das momentan sogar die richtigen oder zumindest die angemessenen Reaktionen, aber gerade von den Grünen hätte ich mir doch eine etwas kritischere Diskussion erhofft, denn sie haben ihre Wurzeln ja u.a. in der Friedensbewegung der 1970er- und 1980er-Jahre. Als Joschka Fischer 1999 als erster grüner Außenminister eine ähnliche Entscheidung traf, musste er sich immerhin noch mit einem Farbbeutel bewerfen lassen.
    Die Grünen haben aber auch ein Pech! Jedes Mal, wenn sie an der Regierung beteiligt sind, bricht irgendwo ein Krieg aus und sie können wieder nicht die tolle Politik machen, für die sie eigentlich gewählt wurden. Die Realität ist schon blöd ...
  • Der FDP-Chef und Finanzminister Christian Lindner ist inzwischen ebenfalls weit davon entfernt, das zu machen, wofür er eigentlich angetreten war, nämlich wirtschaftsfreundliche Lobby-Politik bei ausgeglichenem Staatshaushalt. Stattdessen muss er jetzt ein "Sondervermögen" zur Sanierung der Bundeswehr herbei schaffen, d.h. er muss ordentlich Schulden machen, obwohl er das natürlich nie so nennen würde. Auch nachhaltige Technologien werden von der FDP plötzlich nicht mehr als Schreckgespenst für die Wirtschaft verteufelt, sondern sind gezwungenermaßen zu Instrumenten der Freiheit geworden. Den kreativen Umgang mit Sprache zur Verschleierung unangenehmer Tatsachen oder veralteter Überzeugungen beherrscht Lindner also immer noch ganz hervorragend.
  • Die SPD und ihren Kanzler Olaf Scholz gibt es übrigens auch noch, nur leider kommt aus dieser Richtung kaum mal eine klare oder verbindliche Aussage. Scholz bleibt überwiegend unsichtbar und glänzt selbst bei wichtigen Ereignissen durch Abwesenheit. Aber dank dieser ausgeprägten Führungsschwäche wird wenigstens nicht noch mehr Öl ins Feuer gegossen. Im Umgang mit der Ukraine-Krise können wir uns halt keine heldenhafte Moral leisten und da ist es vielleicht wirklich besser, einfach mal den Mund zu halten. In dieser Disziplin ist Olaf Scholz jedenfalls einsame Spitze.
Es sind jedoch nicht nur neue Gesichter in der politischen Landschaft erschienen, sondern auch viele in der Versenkung verschwunden. Nach Donald Trump mussten sich im letzten Jahr noch weitere altbekannte Pappnasen zurückziehen, über deren Ausrutscher ich immer gerne und ausführlich berichtet habe: Andi Scheuer (CSU) ist endlich nicht mehr deutschlands unfähigster Verkehrsminister und der bereits leicht demente Horst Seehofer (CSU) hat die überfällige Rente angetreten. Damit ist das Bundeskabinett erstmals seit Ewigkeiten wieder komplett Bayern-frei. Ein weiterer Bayer hat ebenfalls seinen Höhenflug beendet: Markus Söder (CSU) rangiert in der Beliebtheits-Skala wieder ganz hinten, wo er hingehört, und muss bei der nächsten Landtagswahl sogar um seinen Ministerpräsidenten-Posten bangen. Aber auch Mutti Merkel (CDU) ist als Langzeit-Kanzlerin inzwischen ebenso Geschichte, wie ihr ursprünglich vorgesehener Nachfolger, die Eintagsfliege Armin Laschet (CDU).
Auch der Hoffnungsträger Heiner ... nee ... Karl Lauterbach (SPD), der als ausgebildeter Epidemiologe eigentlich wie geschaffen schien, um das Gesundheitsministerium aufzumischen und endlich eine vernünftige Corona-Politik zu machen, enttäuscht mittlerweile auf ganzer Linie. Leider kann er in seinem neuen Amt nicht so, wie er eigentlich will, und muss viel zu oft auf die FDP hören, die Corona trotz noch immer hoher Fallzahlen am liebsten sofort für beendet erklären würde. Deshalb musste Lauterbach nicht nur den geplanten Impf-Zwang beerdigen, sondern wider besseres Wissen auch die meisten Schutzmaßnahmen abschaffen (z.B. die Masken-Pflicht oder die 2G/3G-Regeln). Wahrscheinlich wird uns das alles im nächsten Herbst auf die Füße fallen, wenn sich neue Corona-Mutationen ausbreiten und die Infektionen wieder dramatische Ausmaße annehmen, aber bis dahin wird Lauterbach wohl noch öfters seine inzwischen schon berühmte "Rolle rückwärs" vorführen.
Damit sind wir auch schon bei der zweiten großen Krise angekommen, die wegen der Ukraine beinahe in Vergessenheit geraten wäre. Doch auch hier haben sich im letzten Jahr einige denkwürdige Vorfälle ereignet, die ich noch mal erwähnen möchte:
Die Corona-Leugner und Impfgegner wurden immer militanter und versuchten sogar, demokratisch gewählte Politiker einzuschüchtern, indem sie bei sogenannten Fackel-"Spaziergängen" vor deren privaten Wohnhäusern aufmarschierten. Das erinnerte schon stark an den klassischen Mob mit Knüppeln und Mistforken, der im Mittelalter die Juden erschlug oder vermeintliche Hexen auf den Scheiterhaufen zerrte. Sachliche Argumente sind beim Thema Corona längst hasserfülltem Gekreische gewichen, wie man es schon von Pegida kennt. Manche waren sogar derart uneinsichtig, dass sie noch auf der Intensiv-Station gegen die Impfungen wetterten, kurz bevor sie selbst an Corona verstarben.
Jetzt lehne ich mich mal ganz weit aus dem Fenster und verbreite ebenfalls eine populistische Hassbotschaft:
Das sind doch alles Drecksmenschen, die als Sozial-Schmarotzer auf unser aller Kosten leben, aber die sich immer dann lautstark empören, wenn die Gesellschaft auch mal eine Kleinigkeit von ihnen verlangt.
Um diese Vollspacken ist es momentan jedoch ziemlich ruhig geworden. Gerade ist halt ausschließlich "Ukraine" angesagt, aber auch die von der FDP initiierte Aufhebung der Corona-Regeln hat den Krawall-Machern den Wind aus den Segeln genommen. Zumindest um den Burgfrieden in der eigenen Bevölkerung zu erhalten, hat die FDP also vielleicht doch das Richtige durchgesetzt, aber aus medizinischer Sicht ist es natürlich nicht so toll.
Das ging ja diesmal zügig mit Corona! Man merkt irgendwie schon, dass uns das alles nicht mehr so wirklich interessiert, weil wir halt immer nur eine Krise zur gleichen Zeit können. Und was war sonst noch so los?
  • Microsoft hat uns mit der Version 11 seines Windows-Betriebssystems beglückt. Darüber habe ich mich ja bereits ausführlich im Rückblick ausgelassen, aber ich muss doch noch mal betonen, dass es sich gegenüber Windows 10 um eine ganz klare Verschlimmbesserung handelt. Leider haben mal wieder die Design- und Marketing-Fritzen das Ruder übernommen, für die eine Benutzeroberfläche nicht optimal bedienbar sein, sondern in erster Linie stylish aussehen und zu irgendwelchen visionären Konzepten passen muss. Die meisten Anwender werden sich wohl irgendwie mit dem Ergebnis arrangieren (müssen), und sich ganz toll freuen, sobald Microsoft ihnen in der nächsten Windows-Version all das wieder als brandneue Features verkauft, was in Windows 11 entfallen ist. Aber Power-User wie ich werden sehr schnell sauer, wenn man ihnen seit Jahrzehnten gewohnte Funktionen einfach streicht und damit eingeübte Arbeitsabläufe erschwert oder ganz unmöglich macht. Zum Glück existiert eine große Entwickler-Community, die sich damit nicht einfach abfindet, sondern die zahlreiche Freeware-Tools bereitstellt, mit deren Hilfe Windows 11 wieder normal benutzbar wird.
    Der technische Unterbau von Windows 11 scheint sich übrigens gar nicht so radikal verändert zu haben und irgendwo ist alles noch vorhanden, wenn man nur lange genug danach sucht. In einem Browser (UserAgent) lassen sich Windows 10 und Windows 11 jedenfalls überhaupt nicht unterscheiden und deshalb gibt es in meiner Betriebssystem-Statistik auch keine getrennten Einträge.
  • In der Astronomie hat sich ebenfalls einiges getan, über das ich bereits an unterschiedlichen Stellen berichtet habe. So wurden z.B. erste Hinweise auf Monde von Exoplaneten gefunden, oder zumindest deren Vorstufen, und mit Leonard hatten wir einen gut sichtbaren Weihnachts-Kometen. Auch das Schwarze Loch im Zentrum unserer Milchstraße konnte endlich abgebildet werden.
    Zuerst dachte ich sogar, das Bild vom Schwarzen Loch hätte mir, als es veröffentlicht wurde, eine regelrechte Besucherexplosion um den Faktor 3-4 beschert. Allerdings hatte ich die Seite über die Milchstraße zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht aktualisiert und sie wurde auch nicht häufiger aufgerufen. Bis heute kann ich mir den mehrtägigen, rasanten Ansturm von Besuchern Mitte Mai 2022 nicht erklären, denn in den Server-Protokollen waren keine der üblichen Auffälligkeiten zu finden, die auf eine rein automatische Datensammelei hingedeutet hätten. Letztlich war die überraschende, aber durchaus willkommene Besucherschwemme leider doch nicht die erhoffte Trendwende, die meinen endgültigen Sieg über Fakebook & Co. in greifbare Nähe gerückt hätte, sondern nur ein Strohfeuer.
    Das astronomische Highlight des letzten Jahres dürfte jedoch der sehnsüchtig erwartete Start des James Webb Weltraumteleskops (JWST) am 25. Dezember 2021 gewesen sein. Am 24. Januar 2022 ist James Web dann unbeschadet am Lagrange-Punkt L2 angekommen und am 16. März 2022 wurde die Kalibrierung seiner Spiegel erfolgreich abgeschlossen. Obwohl bisher alles glatt lief, ist man mit den Vorbereitungen jedoch noch nicht komplett fertig, so dass mit ersten wissenschaftlichen Daten und hoffentlich auch mit vielen sensationellen Aufnahmen erst ab Mitte 2022 zu rechnen ist (also in Kürze).
Da die Astronomie ja eines meiner Hauptthemen ist, gelingt mir damit endlich eine geschmeidige Überleitung zu dem, worum es hier eigentlich geht, nämlich zu dieser Homepage und ihrem 20. Jubiläum. Das ist doch mal eine ordentliche Zahl: 2 ganze Jahrzehnte, die allerdings nicht spurlos an mir vorüber gegangen sind. Als ich mit "Dr. Freund's Multiversum" anfing, da war ich ja fast noch ein junger Hüpfer, aber mittlerweile gehe ich schon stramm auf die 60 zu. Doch auch das Internet hat sich während dieser Zeit stark gewandelt. Vor 20 Jahren war es noch ein Spielplatz für zahlreiche private Homepage-Bastler wie mich, aber die sind inzwischen fast alle verschwunden, denn das "Web" ist nicht nur professioneller, sondern vor allem kommerzieller geworden. Ich bin zwar nicht nur ein Bastler, sondern auch beruflich als Programmierer tätig, aber trotzdem oder gerade deswegen fiel es mir nicht immer leicht, da mitzuhalten. "Dr. Freund's Multiversum" ist inzwischen ein riesiger Moloch aus hunderten von HTML-Seiten, PHP- und Java-Scripts. Da kostet es schon einige Überwindung, sich in der spärlichen Freizeit immer wieder zu Großprojekten aufzuraffen, die nötig sind, um das alles auf dem neusten technischen Stand zu halten. Und natürlich will ich ja auch aktuelle Inhalte anbieten, die sich nicht von selbst schreiben. Irgendwie scheine ich das aber trotzdem ganz gut hingekriegt zu haben, denn im Gegensatz zu vielen anderen privaten Anbietern bin ich immer noch da und ich habe vor, mein Hobby noch einige Jahrzehnte länger zu betreiben. Nur leider lassen halt die Besucherzahlen schon seit mehreren Jahren zu wünschen übrig. Wahrscheinlich ist die klassische "private Homepage" so langsam zum Auslauf-Modell geworden, aber das juckt mich überhaupt nicht. So lange ich die Gebühren an meinen Webhoster bezahle, kann mich ja niemand aus dem Internet rauswerfen. Außerdem bin ich ein sturer Bock, der alles, was er mal begonnen hat, auch gnadenlos durchzieht und der die restliche Menschheit auch weiterhin mit seinen seltsamen Ansichten nerven will. Zur Not führe ich "Dr. Freund's Multiversum" halt nur noch für meine Lebensgefährtin und für mich selbst weiter und falls sonst keine Besucher mehr kommen, dann kann ich hier wirklich tun und lassen, was ich will, ohne Angst vor Abmahnungen oder anderen Rechtsstreitigkeiten haben zu müssen. Und irgendwelchen kommerziellen Zwecken wird "Dr. Freund's Multiversum" auch nie dienen.
So, jetzt bin ich auch schon fertig mit meinem Gejammer und werde es nicht noch weiter mit einer exzessiven Analyse meiner Statistik untermauern. Allerdings muss ich feststellen, dass ich mit den Jahren wohl ein Bisschen ordinär geworden bin. In diesem Artikel taucht mehrfach das Wort "Arsch" auf, das ich bisher in "Dr. Freund's Multiversum" immer vermieden hatte. Das ist jedoch keinesfalls als persönliche Beleidigung zu verstehen, sondern lediglich als Indikator für den Ernst der Lage. Zum 20. Jubiläum hätte ich mir auch bessere Nachrichten gewünscht, vor allem, was die Weltlage betrifft. Aber is' halt nicht. Und mit dieser fatalistischen Haltung gehe ich dann mal ins 21. Jahr. Fühlt sich nicht danach an, aber vielleicht wird ja doch irgendwann noch alles gut ...

 
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