Quelle: Dr. Freund's Multiversum, SF-Spielfilme 2010-2019 (http://www.drfreund.net/sf_movies2010.htm) Mittwoch, 22.11.2017 14:05:30 Uhr
 Ausdruck starten ...  Prüfungen:  HTML   CSS   Technische Infos 

Science Fiction Spielfilme 2010-2019

Science Fiction Hauptseite Science Fiction News Bildergalerien
Hinweise: Links zu Webseiten ausserhalb der Domain www.drfreund.net öffnen sich in einem neuen Browser-Fenster bzw. -Tab.
Für die Inhalte verlinkter Seiten oder von deren hier evtl. angezeigten RSS-Feeds, Info/Such-Boxen oder sonstigen Einbindungen ist allein der jeweilige Autor bzw. Anbieter verantwortlich.
2010
TRON: Legacy
TRON: Legacy (USA 2010)
Inhalt:
Auf der Suche nach seinem Vater wird Sam Flynn in dessen virtuelle Computer-Welt verschlagen. Dort hat die nach Perfektion strebende Software CLU (Codified Likeness Utility) erneut ein Schreckens-Regime errichtet und wieder müssen Programme in Spielen auf Leben und Löschen gegeneinander antreten.
Kommentar:
Die Fortsetzung des Kultfilms von 1982 (siehe auch: SF-Animationsfilme) zeigt viele erstklassige Computer-Animationen und kam sogar als 3D-Version in die Kinos. Die meisten Kampfszenen entpuppen sich jedoch lediglich als modernisierter Abklatsch aus dem Original. Auch die dünne Story kann leider nur wenig fesseln und es wird kaum noch Bezug auf die realen technischen Vorgänge in Computern genommen (Welche Rechenoperation soll symbolisiert werden, wenn Programme nach Feierabend in Bars oder Clubs rumhängen? Tun die überhaupt mal irgendwas von dem, wofür sie kompiliert wurden?). Für SF-Fans und Computer-Freaks durchaus sehenswert, aber halt kein wirkliches Highlight und von den hohen Erwartungen weit entfernt.
Regie: Joseph Kosinski
Darsteller: Garrett Hedlund, Olivia Wilde, Jeff Bridges, Bruce Boxleitner, Michael Sheen, Daft Punk
Links:
Skyline
Skyline (USA 2010)
Inhalt:
Grelle, blaue Lichter fallen nachts über Los Angeles vom Himmel und ziehen die Einwohner in ihren Bann. Wer hinein blickt, der wird magisch angezogen, verliert seinen Willen und beginnt sich auch körperlich zu verändern, bis er schliesslich nach oben in die Wolken gesaugt wird. Als der Tag beginnt, brechen riesige Raumschiffe durch diese Wolken und setzen zahlreiche Kampfmaschinen in den Strassen ab, die Jagd auf die noch verbliebenen Menschen machen. Das nach und nach eintreffende Militär zeigt sich hilflos und selbst ein Luftangriff mit Atomwaffen richtet nicht viel aus. Eine kleine Gruppe Überlebender beobachtet die verzweifelten Kämpfe von einem Hochhaus aus und wartet auf Hilfe ... oder auf das Ende der Menschheit.
Kommentar:
Das Thema "Invasion der Ausserirdischen" ist schon in unzähligen SF-Spielfilmen behandelt worden und deshalb wurde beim Drehbuch von Skyline ordentlich abgekupfert. Im Prinzip hat man das alles schon mal gesehen (Aliens zwingen Menschen ihren Willen auf, fremde Raumschiffe über Großstädten, erfolgloser Atomangriff, aussichtslose Lage der Überlebenden), aber vielleicht noch nicht auf diese Weise. Denn die Trickaufnahmen und Spezial-Effekte sind trotz begrenztem Bugdet wirklich erstklassig und die Action steigert sich konsequent bis zum ungewöhnlichen Ende. Die Spannung wird vor allem durch einen ähnlichen Erzählstil wie z.B. in Cloverfield aufgebaut, der dem Zuschauer nicht mehr Informationen enthüllt als auch den Protagonisten zur Verfügung stehen. Was die Story an neuen Einfällen und inhaltlicher Tiefe vermissen lässt, das wird durch die originellen, halborganischen Alien-Maschinen und die schnellen, realistischen Kampfszenen wieder ausgeglichen. Und wenn man mal genauer darüber nachdenkt, was die Aliens eigentlich sind, dann ist die Grundidee gar nicht mal so trivial.
Regie: Colin Strause, Greg Strause
Darsteller: Eric Balfour, Scottie Thompson, Donald Faison, Brittany Daniel, Crystal Reed, David Zayas
Links:
Space Battleship Yamato
Space Battleship Yamato (Japan 2010)
Inhalt:
2199: Im Krieg gegen die ausserirdischen Gamilon wurde die Erde radioaktiv verstrahlt, aber auf dem fernen Planeten Iscandar soll ein Gegenmittel zu finden sein. Die Yamato, das letzte Kriegsraumschiff der Menschen, wird auf die gefährliche Mission nach Iscandar geschickt und schnell in verlustreiche Gefechte mit den Gamilon verwickelt ...
Kommentar:
In der Realität war die japanische Yamato das mit Abstand größte jemals gebaute Schlachtschiff und wurde gegen Ende des 2. Weltkriegs von amerikanischen Bombern versenkt. In den 1970er Jahren feierte der Stolz der japanischen Marine dann mit der Anime-Serie "Star Blazers" als mächtiges Raumschiff seine Auferstehung und die in ihrer Konstruktion kaum veränderte Anime-Yamato diente schliesslich als Vorlage für diesen Spielfilm. Zunächst mal wird man von professionell inszenierten Raumschlachten mit guten Trickaufnahmen und schönen, detailreichen Modellen angenehm überrascht, die auf ein grosszügiges Budget schliessen lassen. Wie in vielen japanischen SF-Filmen wird dieser positive erste Eindruck jedoch durch schwülstige Dialoge, steife Akteure und eine holprige Dramaturgie schnell wieder zunichte gemacht. Besonders ärgerlich ist ausserdem die an den Haaren herbei gezogene Story mit ihrer schon lange nicht mehr zeitgemäßen Glorifizierung von Gehorsam, Pflichterfüllung und Selbstaufopferung. Aus der Geschichte der wirklichen Yamato, die mit fast 2.500 Besatzungsmitgliedern bei einem hoffnungslosen und überflüssigen Einsatz in den letzten Kriegstagen unterging, ohne auch nur in die Nähe des weit überlegenen Gegners gekommen zu sein, sollte man im modernen Japan eigentlich andere Lehren gezogen haben.
Regie: Takashi Yamazaki
Darsteller: Takuya Kimura, Meisa Kuroki, Tsutomu Yamazaki
Links:
Monsters
Monsters (GB 2010)
Inhalt:
Nachdem über Mittelamerika eine NASA-Raumsonde abgestürzt ist, kommt es dort zu einer rasanten Ausbreitung ausserirdischer Lebensformen. Schon bald wird das Grenzgebiet zwischen Mexiko und den USA zur infizierten Zone erklärt und das Militär muss die riesigen, Tintenfisch-ähnlichen Aliens bekämpfen. 6 Jahre später herrscht immer noch Kriegszustand und der Fotoreporter Andrew Kaulder berichtet von den Gefechten in Mexiko. Da erhält Kaulder den Auftrag, die Tochter seines Verlegers sicher zurück in die USA zu begleiten. Doch die Reise führt mitten durch die infizierte Zone ...
Kommentar:
Ein improvisiertes Road-Movie der ungewöhnlichen Art, dem man das geringe Budget kaum ansieht. Obwohl überwiegend Laien-Schauspieler rekrutiert wurden, die gerade am Drehort verfügbar waren, und vieles aus Aufwandsgründen nicht explizit gezeigt, sondern nur angedeutet wird, wirkt Monsters nur selten billig. Die Monster selbst sind allerdings für einen Effekt-Spezialisten wie Gareth Edwards ziemlich einfallslos und erinnern an japanische Horrorfilme der 1970er-Jahre, obwohl die Umsetzung doch etwas professioneller ist. Auch die Handlung ist eher übersichtlich, aber trotzdem ist mit Monsters ein stimmungsvoller SF-Film gelungen, der zum Nachdenken anregen kann.
Übrigens ...
Die naheliegendste Interpretation, dass die gewaltige Mauer zum Schutz der südlichen US-Grenze gegen die Aliens eine Kritik an der restriktiven Einwanderungspolitik der USA sein soll, wurde von den Machern des Films seltsamerweise für unbeabsichtigt erklärt. Wenig Interpretationsspielraum lässt dagegen die Beziehung der beiden Hauptdarsteller Scoot McNairy und Whitney Able, die sich bei den Dreharbeiten wohl auch privat näher kamen und noch im gleichen Jahr geheiratet haben.
Regie: Gareth Edwards
Darsteller: Scoot McNairy, Whitney Able
Links:
2011
Cowboys & Aliens
Cowboys & Aliens (USA 2011)
Inhalt:
Im wilden Westen gegen Ende des 19. Jahrhunderts: Der Revolverheld Jake Lonergan erwacht verwundet und ohne Gedächtnis, aber mit einer seltsamen Metall-Manschette am Arm irgendwo in der Wüste. Lonergan schleppt sich in die nächste Siedlung, wo er sich, kaum wieder zusammen geflickt, sowohl mit dem Sheriff als auch mit dem örtlichen Patriarchen Woodrow Dolarhyde anlegt. Doch der klassische Showdown muss ausfallen, denn plötzlich nehmen ausserirdische Flugmaschinen die Stadt unter Beschuss und entführen zahlreiche Einwohner. Lonergans Arm-Manschette entpuppt sich dabei jedoch als wirksame Strahlenwaffe gegen die Angreifer und so verbündet er sich mit Dolarhyde, um die Entführten zu befreien ...
Kommentar:
Der Retro Science Fiction von "Iron Man"-Regisseur Jon Favreau basiert auf einem kaum bekannten Comic aus der Feder von Scott Mitchell Rosenberg und hat trotz des ähnlichen Titels ausnahmsweise nichts mit der überstrapazierten Aliens-Reihe zu tun. Trotzdem sind die Ausserirdischen und ihre Maschinen sehr fantasievoll gestaltet und auch die sonstigen Trickaufnahmen können sich sehen lassen. Dazu kommen noch ein beeindruckendes Star-Aufgebot und natürlich ordentlich Action. Das alles reicht aber leider nicht aus, um den Zuschauer wirklich zu fesseln, denn vieles wirkt unrealistisch, konstruiert und trotz der eigentlich originellen Grundidee nur wenig spektakulär. Während der merklich gealterte Harrison "Han Solo" Ford nur eine mäßige Vorstellung abliefert, blüht Daniel Craig in seiner Rolle als Outlaw jedoch richtig auf, da er hier nicht ständig in Vergleichs-Not zu früheren (d.h. besseren) Bond-Darstellern gerät.
Regie: Jon Favreau
Darsteller: Daniel Craig, Harrison Ford, Olivia Wilde, Abigail Spencer, Sam Rockwell, Ana de la Reguera, Keith Carradine, Clancy Brown, Raoul Trujillo
Links:
Melancholia
Melancholia (Dänemark/Schweden/Frankreich/BRD 2011)
Inhalt:
Die exzentrische Justine feiert ihre Hochzeit auf dem Landgut ihrer bodenständigen Schwester Claire. Doch das aufwendige Fest wird zur Farce aus hohlen Ritualen, gesellschaftlichen Zwängen und zahlreichen Peinlichkeiten. Noch bevor der nächste Morgen anbricht, hat Justine ihren frisch gebackenen Ehemann bereits betrogen und es kommt zur Trennung. Einige Monate später hat sich Justine zu einem körperlichen und geistigen Wrack entwickelt und wird erneut von Claire aufgenommen. Gleichzeitig kündigt sich eine kosmische Katastrophe an, denn der Planet Melancholia bewegt sich auf die Erde zu und nimmt am Himmel bereits die Grösse des Mondes ein. Während Claire zunehmend in Panik gerät, gewinnt Justine angesichts des drohenden Weltuntergangs wieder an Stärke. Wird Melancholia die Erde knapp verfehlen und lediglich ein grandioses Schauspiel am Himmel liefern oder ist das Ende der Menschheit besiegelt?
Kommentar:
Lars von Triers Kunstwerk zeichnet in ästhetischen, surrealistischen und bedeutungsschwangeren Bildern den wohl deprimierendsten Weltuntergang der Filmgeschichte. Ausserdem ist es dem dänischen Regisseur gelungen, eine beeindruckende Riege bekannter Charakter-Darsteller für sein Projekt zu gewinnen. Melancholia dürfte aber vor allem viele Deutschlehrer und ähnliche Möchtegern-Intellektuelle zu ausufernden Interpretationen einladen. Mir persönlich hat der stimmungsvolle, atmosphärisch gelungene Film zwar auch ohne Action und futuristische Kulissen gefallen, aber welche tiefere Botschaft er vermitteln soll, das ist mir als unsensiblem Naturwissenschaftler leider entgangen. Es ist doch eigentlich völlig egal, wie man sich vor einer unabwendbaren Apokalypse verhält, denn danach ist man selbst und auch alle, die darüber urteilen könnten, schlicht und einfach tot.
Übrigens ...
Die mit der Goldwaage festgestellten, angeblich rechtsextremen Ansichten des Herrn von Trier, die 2011 für einen kleinen Skandal bei den Filmfestspielen von Cannes sorgten, haben glücklicherweise nicht auf die Handlung dieses Films abgefärbt.
Regie: Lars von Trier
Darsteller: Kirsten Dunst, Charlotte Gainsbourg, Kiefer Sutherland, Alexander Skarsgard, Charlotte Rampling, John Hurt, Udo Kier, Cameron Spurr
Links:
Darkest Hour
Darkest Hour (USA/Russland 2011)
Inhalt:
Über dem nächtlichen Moskau fallen unzählige gelbe Lichter zu Boden. Was zuerst als faszinierendes Naturphänomen wahrgenommen wird, entpuppt sich jedoch schnell als tödliche Gefahr, denn wer den Lichtern zu nahe kommt, der wird auf der Stelle pulverisiert. Tatsächlich handelt es sich um eine ausserirdische Invasion und die bei Tag unsichtbaren, elektrischen Energiewirbel entvölkern systematisch fast die gesamte russische Metropole. Eine Gruppe amerikanischer Touristen kann sich zunächst in einem Nachtclub verstecken und irrt dann auf der Suche nach Hilfe durch die fremde, menschenleere Stadt ...
Kommentar:
Darkest Hour erinnert anfangs stark an Skyline aber der für SF-Filme eher ungewöhnliche Schauplatz Moskau sorgt doch für etwas Originalität. Die Story um die hinterhältigen Elektro-Aliens mit ihrer unsichtbaren Energie-Panzerung ist inhaltlich weitgehend konsistent, die Spezialeffekte sind Ok und es wird reichlich Action geboten. Die unbekannten Schauspieler wirken jedoch austauschbar und teilweise sogar so unsympathisch, dass man als Zuschauer selbst in den spannendsten Momenten nur wenig berührt wird. Insgesamt bringt Darkest Hour einige neue, erfrischende Ideen in ein schon oft durchgekautes Thema, aber mindestens genauso viel wurde auch einfach nur geklaut und die 3D-Version war sicher überflüssig.
Regie: Chris Gorak
Darsteller: Emile Hirsch, Max Minghella, Joel Kinnaman, Olivia Thirlby, Rachael Taylor, Veronika Vernadskaya
Links:
World Invasion: Battle Los Angeles
World Invasion: Battle Los Angeles (USA 2011)
Inhalt:
Meteoriten bringen eine ausserirdische Invasions-Streitkraft auf die Erde. Sofort werden zahlreiche Großstädte angegriffen und in Schutt und Asche gelegt. Ein Trupp Marines wird nach Los Angeles geschickt, um Zivilisten zu evakuieren, und dabei in verlustreiche Gefechte mit den Aliens verwickelt. Doch die menschlichen Soldaten finden auch heraus, wie sie ihre ausserirdischen Gegner besiegen können ...
Kommentar:
Durch diesen Film fühlt man sich zunächst stark an Skyline erinnert, der ein ähnliches Invasions-Szenario beschreibt und sogar in der gleichen Stadt spielt, aber der aus einem völlig anderen, viel interessanteren Blickwinkel erzählt wird. Tatsächlich waren dessen Regisseure Colin und Greg Strause auch für die Effekte in World Invasion: Battle Los Angeles zuständig, aber ihre besten Arbeiten haben sie offensichtlich für ihren eigenen Film Skyline aufgespart, der trotz des früheren Kinostarts erst später gedreht wurde. World Invasion: Battle Los Angeles ist zwar durchaus spannend, voll gepackt mit Action und vor allem schnell, aber SF-Elemente sind leider kaum zu finden. Das Design der ausserirdischen Invasoren wirkt ziemlich uninspiriert, sofern sie überhaupt mal länger aus der Nähe zu sehen sind, und eigentlich sind sie gegen jeden beliebigen anderen Feind von den klassischen Kommunisten bis zu den aktuellen Dschihadisten austauschbar. Das ist aber egal, denn im Mittelpunkt der flachen Story stehen ohnehin die US-Marines und ihr übertrieben patriotisches Gehabe. Ein typischer Werbefilm des US-Militärs mit viel Geballer, aber nur geringem Tiefgang ...
Regie: Jonathan Liebesman
Darsteller: Aaron Eckhart, Ramon Rodriguez, Michelle Rodriguez, Bridget Moynahan, Michael Pena
Links:
2012
Battleship
Battleship (USA 2012)
Inhalt:
Ausserirdische Raumschiffe landen mitten im Pazifik und errichten eine undurchlässige Energie-Glocke über den Hawaii-Inseln und dem umgebenden Seegebiet. Dabei werden auch einige auf Manöver befindliche US-Zerstörer von der Hauptflotte abgeschnitten und bald in heftige Gefechte mit den überlegenen Kampfmaschinen der Aliens verwickelt. Aber die haben nicht mit dem Stolz der US-Marine gerechnet, dem mächtigen Schlachtschiff Missouri ...
Kommentar:
Noch ein Bisschen Werbung, diesmal jedoch für die US-Navy und den Spielzeughersteller Hasbro ("Schiffe versenken", "Transformers"). Ok, bei Spannung, Action und Effekten lässt dieser Film wirklich kaum Wünsche offen und wer Transformers toll findet, der wird auch hier gut bedient. Wer jedoch Wert auf etwas Handlung legt und sich nicht ständig wie in einem Rekrutierungsbüro der US-Streitkräfte fühlen will, der hat nichts verpasst. Auch dass ich hier vor jedem dritten Wort das Präfix "US-" verwenden muss, spricht für sich. Noch einige Anmerkungen zu den Darstellern:
  • Popstar Rihanna fällt in ihrem Kinodebut weniger durch schlechte schauspielerische Leistungen auf und ihre Nominierung für die Goldene Himbeere war sicher übertrieben. Eigentlich fällt sie überhaupt nicht auf, denn ihre Nebenrolle ist komplett überflüssig.
  • Wie der einzig wirklich bekannte Schauspieler Liam "Qui-Gon Jinn" Neeson in diesen Film hinein geraten ist, bleibt ebenfalls ungeklärt. Aber bis auf seinen Namen im Vorspann und einige profunde Sprüche zu Beginn und Ende hat er ohnehin nicht viel beizutragen.
  • Der Hauptdarsteller, das namensgebende Schlachtschiff Missouri, hat seinen großen Auftritt leider erst in der letzten Viertelstunde des Films. Aber wie kann ausgerechnet ein seit Jahrzehnten völlig veraltetes Museums-Waffensystem aus dem 2. Weltkrieg mit seiner noch älteren Rentner-Besatzung dem Kampf die entscheidende Wendung geben?
Regie: Peter Berg
Darsteller: Taylor Kitsch, Alexander Skarsgard, Tadanobu Asano, John Tui, Gregory D. Gadson, Brooklyn Decker, Rihanna, Liam Neeson
Links:
John Carter: Zwischen zwei Welten
John Carter: Zwischen zwei Welten (USA 2012)
Inhalt:
Der Goldsucher und Bürgerkriegs-Veteran John Carter wird unfreiwillig aus dem wilden Westen auf unseren Nachbarplaneten Mars teleportiert. In der geringen Schwerkraft entwickelt Carter Superkräfte, die er auch dringend benötigt, denn er wird recht schnell von grünen, 4-armigen Aliens gefangen genommen. Dann tauchen auch noch humanoide Marsbewohner mit ihren Flugschiffen auf, die gegeneinander Krieg führen. Carter schlägt sich auf die Seite der schönen Mars-Prinzessin Dejah Thoris und kommt auf die Spur einer weiteren, konspirativen Macht, die seine Reise erst möglich gemacht hat und sich als der eigentliche Feind entpuppt ...
Kommentar:
John Carter basiert auf einer Romanvorlage des Tarzan-Autors Edgar Rice Burroughs aus dem Jahr 1912, der neben Jules Verne als einer der Pioniere der klassischen Science Fiction gilt. Die Disney-Produktion brilliert mit erstklassigen Spezialeffekten, hervorragend animierten Kreaturen und viel Action, aber leider wurde zu viel geklaut. Man fühlt sich einfach zu oft an Flash Gordon, Star Wars, Avatar oder an andere bekannte SF-Filme erinnert, in denen das Gesehene häufig sogar besser umgesetzt wurde. Zu diesem Mangel an Originalität kommt noch, dass der Mars aus wissenschaftlicher Sicht mittlerweile nicht mehr als Handlungsort taugt, denn dort gab es nachweislich nie ausserirdische Zivilisationen. Auch Carters riesige Sprünge in der angeblich extrem geringen Gravitation, die oft zum handlungsbestimmenden Element werden, sind stark übertrieben, denn auf dem Mars herrscht immerhin über 1/3 der Erdschwerkraft (siehe auch: Gravitations-Rechner). Insgesamt ist John Carter ein netter, unterhaltsamer Fantasy-Film, der seine hohen Produktionskosten jedoch nicht wieder einspielen konnte.
Übrigens ...
Den Hinweis, dass es sich wie bei Battleship bezüglich des Hauptdarstellers um einen Kitsch-Film handelt, kann ich mir am Schluss doch nicht verkneifen.
Regie: Andrew Stanton
Darsteller: Taylor Kitsch, Lynn Collins, Willem Dafoe, Samantha Morton
Links:
Looper
Looper (USA/China 2012)
Inhalt:
Im Jahr 2074 verwendet die zukünftige Mafia Zeitmaschinen, um ihre Auftragsmorde in der Vergangenheit ausführen zu lassen und so alle Spuren zu verwischen. Der Killer Joe muss im Jahr 2044 nur warten, bis sich seine Opfer materialisieren, schnell abdrücken und die Leichen verschwinden lassen. Die grosszügige Bezahlung in Form mitgeschickter Silberbarren ermöglicht ihm dabei ein luxoriöses Leben. Doch eines Tages hat Joe plötzlich sein 30 Jahre älteres Ich vor der Flinte. Joe-Senior nutzt die kurze Verwirrung seines jüngeren Selbst zur Flucht und versucht die Zukunft zu ändern, die ihn in diese missliche Lage gebracht hat ...
Kommentar:
Bruce Willis hat seit Twelve Monkeys einige Erfahrungen mit Zeitreisen und deshalb ist es schade, dass er in diesem Film viel weniger präsent ist, als man sich das vielleicht wünschen würde. Trotzdem erzählt auch Looper eine ebenso spannende und action-reiche, wie komplexe Geschichte, die zum Nachdenken anregt. Tut man das allerdings, dann kommt man sehr schnell auf die unvermeidlichen logischen Schwächen des Zeitreise-Szenarios. So wirkt es z.B. unsinnig, dass die Mafia der Zukunft einen derartigen Aufwand betreibt, um ihre Verbrechen zu vertuschen, während sie dabei nicht minder strafbare Kollateralschäden billigend in Kauf nimmt. Davon abgesehen sollte eine fortgeschrittene Justiz in der Lage sein, auch 30 Jahre zurück liegende Straftaten aufzuklären, denn die begangenen Morde sind ja nicht aus der Welt, sondern finden lediglich in der Vergangenheit statt. Und es ist unwahrscheinlich, dass die zahlreichen Beteiligten 30 Jahre lang den Mund halten, um sich dann ohne Gegenwehr endgültig zum Schweigen bringen zu lassen. Von dem Paradoxon zukünftiger Ereignisse, die gegenwärtige Ereignisse auslösen, die erstere wiederum verhindern, will ich gar nicht anfangen. Aber Schwamm drüber. Bisher ist es nur wenigen Zeitreise-Filmen gelungen, alle Widersprüche glaubhaft aufzulösen, und bei Looper hat man sich zumindest etwas Mühe gegeben, sie wenigstens hinter einem schnellen Erzählstil zu tarnen. Leider reichte es dann aber nicht mehr für das futuristische Ambiente, denn der Film enthält kaum sichtbare Anhaltspunkte dafür, dass er in der Zukunft spielen soll.
Regie: Rian Johnson
Darsteller: Bruce Willis, Joseph Gordon-Levitt, Emily Blunt, Piper Perabo, Jeff Daniels, Paul Dano, Noah Segan, Pierce Gagnon
Links:
2013
Oblivion
Oblivion (USA 2013)
Inhalt:
2077: Der Krieg gegen die ausserirdischen Plünderer wurde gewonnen, aber die Erde wurde dabei so stark verwüstet, dass die Menschheit auf den Saturn-Mond Titan umziehen muss. Doch vorher sollen noch die letzten Ressourcen der Erde ausgebeutet und mitgenommen werden. Der Techniker Jack Harper sorgt dafür, dass alles reibungslos abläuft, indem er automatische Kampfdrohnen repariert, die gegen noch immer umher streunende Plünderer-Banden eingesetzt werden. Dabei gerät Harper oft genug selbst in die Schusslinie, aber er entdeckt auch, dass einige Regionen auf der bereits verlassenen Erde nach wie vor bewohnbar sind. Als ein altes Raumschiff abstürzt und die einzige Überlebende sich als seine Ehefrau aus einer früheren Zeit ausgibt, beginnt Harper zu zweifeln, ob er wirklich auf der richtigen Seite steht ...
Kommentar:
Nach dem misslungenen TRON: Legacy zeigt Regisseur Joseph Kosinski, dass er auch gute SF-Filme machen kann. Über den Hauptdarsteller und Scientologen Tom Cruise kann man zwar streiten, aber Oblivion ("das Vergessen") bietet nicht nur professionelle Trickaufnahmen und schöne, futuristische SF-Modelle (die allerdings ein Bisschen an das Apple-Design erinnern), sondern auch eine originelle und in sich schlüssige Story, die immer wieder für Überraschungen sorgt. Die gelungene Kombination mit reichlich Action stellt sicher, dass die Spannung von Anfang bis Ende nicht abreist.
Regie: Joseph Kosinski
Darsteller: Tom Cruise, Morgan Freeman, Olga Kurylenko, Andrea Riseborough
Links:
Elysium
Elysium (USA 2013)
Inhalt:
2154: Während sich die Städte der überbevölkerten Erde in riesige Slums verwandeln, vergnügt sich eine kleine, aber reiche Elite auf der luxoriösen Orbitalstation Elysium. Der Ex-Kriminelle Max gehört zur Mehrheit der weniger Glücklichen, die auf der Erde zurückbleiben mussten, wo Armut herrscht und ein Menschenleben nicht viel zählt. Als er bei einem Arbeitsunfall einer tödlichen Strahlendosis ausgesetzt wird, setzt er alles daran, nach Elysium zu kommen, wo eine Heilbehandlung möglich wäre. Beim Überfall auf einen Elysium-Bürger gelangt er zufällig in den Besitz eines brisanten Computer-Programms, das für einen Putsch gegen die Regierung der Raumstation entwickelt wurde. Plötzlich wird Max von mehreren brutalen Söldnern gejagt und seine Zeit läuft ab ...
Kommentar:
Nach seinem Achtungs-Erfolg District 9 entwickelt Regisseur Neill Blomkamp erneut die anklagende Vision von einer trostlosen Zukunft voller sozialer Ungerechtigkeiten, die in der heutigen dritten Welt bereits Realität ist. Mittlerweile ist Blomkamp jedoch im Mainstream-Kino der teuren Spezial-Effekte, bombastischen Kulissen und glamourösen Hollywood-Stars angekommen. Die Originalität und Qualität der Story ist unterwegs aber leider auf der Strecke geblieben und die Fähigkeiten der Schauspieler (vor allem die von Jodie Foster) bleiben weitgehend ungenutzt. Elysium ist ein netter Action-Film (mit noch netteren SF-Waffen), aber trotz aller sozialkritischen Ambitionen wird doch ein eher dünnes Brett gebohrt.
Regie: Neill Blomkamp
Darsteller: Matt Damon, Jodie Foster, Sharlto Copley, Alice Braga, William Fichtner
Links:
Gravity
Gravity (USA/GB 2013)
Inhalt:
Während die Besatzung eines Space Shuttle mit Reparaturen am Hubble Weltraum Teleskop beschäftigt ist, bahnt sich im Erd-Orbit eine Katastrophe an: Eine Wolke aus Weltraum-Schrott zerstört in einer Kettenreaktion zahlreiche Satelliten und trifft schliesslich auch die Raumfähre. Die beiden einzigen überlebenden Astronauten, der erfahrene Veteran Matt Kowalski und die Nutzlast-Spezialistin Ryan Stone, treiben plötzlich allein in ihren Raumanzügen durchs dunkle, lebensfeindliche All. Als letzte Hoffnung bleibt nur die internationale Raumstation ISS, auf der vielleicht noch eine Rettungskapsel für den Rückflug zur Erde übrig ist. Doch sowohl der Sauerstoff als auch der Treibstoff des Raketen-Rucksacks werden langsam knapp und noch immer rasen tödliche Trümmer-Geschosse um die Erde ...
Kommentar:
Gravity ist streng genommen keine Zukunftsvision, wie man sie von einem futuristischen SF-Film erwarten würde, denn die ISS existiert längst, das Hubble-Teleskop ist fast schon veraltet und die US-Raumfähren wurden inzwischen sogar ausgemustert. Bleibt also nur das hypothetische Szenario einer Kollision mit Weltraum-Müll, aber dabei handelt es sich um eine durchaus realistische Bedrohung der erdnahen Raumfahrt. Und extrem realistisch gestaltet sich dann auch die Umsetzung im Film, wenn man mal von einigen kaum störenden, dramaturgischen Übertreibungen absieht. Überwältigende Bilder von Erde und Weltraum, ein lautloses Inferno im luftleeren Vakuum und überzeugende Trickaufnahmen der Schwerelosigkeit vermitteln jederzeit den beklemmenden Eindruck, tatsächlich dabei zu sein, und müssen den Vergleich mit Stanley Kubricks Klassiker 2001 nicht scheuen. So fesselt diese Weltraum-Odyssee von der ersten bis zur letzten Minute durch Hochspannung und man ist am Ende erstaunt, dass dafür lediglich zwei Schauspieler nötig waren.
Regie: Alfonso Cuaron
Darsteller: Sandra Bullock, George Clooney
Links:
Ender's Game - Das große Spiel
Ender's Game - Das große Spiel (USA 2013)
Inhalt:
Nachdem die Invasion der Erde durch ausserirdische Insektenwesen nur mit viel Glück abgewehrt werden konnte, rüstet die Menschheit zum Gegenschlag. Jugendliche und sogar Kinder werden einem harten militärischen Training unterzogen, um sie auf ihre Führungsrolle in den zukünftigen Raumschlachten vorzubereiten und den einen perfekten Kommandanten für die Flotte zu finden. Die Kriegsspiele werden immer realistischer, aber sind es wirklich nur Simulationen?
Kommentar:
Nach dieser kurzen Inhaltsangabe könnte man Ender's Game für ein weiteres, oberflächliches Teenager-Drama nach dem oft kopierten Muster von "Die Tribute von Panem" halten (siehe SF-Spielfilmserien). Ist es aber nicht, denn der Held ist diesmal kein hübsches, junges Mädchen ohne weitere Talente, sondern ein schmächtiger, hinterhältiger Nerd, der zunächst nur wenig sympathisch rüber kommt. Aber er besitzt die Fähigkeit, Konflikte entweder mit Intelligenz oder mit Gewalt auf unkonventionelle Weise endgültig zu lösen und selbst Stärkere am Ende ziemlich dumm dastehen zu lassen, was ihn zumindest interessant macht. Auch insgesamt bewegt sich die Geschichte nach dem Roman "Das große Spiel" von Orson Scott Card auf einem für das Genre überdurchnittlich hohen Niveau. Dazu kommen noch erstklassige Spezialeffekte, spannende Kampfszenen in einer aufwendigen SF-Kulisse und gute schauspielerische Leistungen vor allem der jungen Darsteller. Dagegen wirkt der Klischee-beladene Auftritt des eigentlich erfahrenen Ben Kingsley fast schon peinlich, was aber auch an seiner unglücklich gezeichneten Figur liegen kann.
Regie: Gavin Hood
Darsteller: Asa Butterfield, Abigail Breslin, Hailee Steinfeld, Harrison Ford, Ben Kingsley, Viola Davis
Links:
After Earth
After Earth (USA 2013)
Inhalt:
Die Erde wurde schon vor Generationen von der Menschheit verlassen, die sich mittlerweile auf anderen Planeten angesiedelt hat, wo sie aber auch nicht unbedingt willkommen war. Zeit genug für die Natur, um auf der unbewohnten Erde wieder die Herrschaft zu übernehmen und sie in eine gefährliche Wildnis zu verwandeln. Als ein Raumschiff nach einem Asteroiden-Sturm auf der Erde abstürzt, sind General Cypher Raige und sein Sohn Kitai die einzigen Überlebenden. General Raige ist schwer verletzt und deshalb muss der junge Kitai allein aufbrechen, um den weit entfernt zu Boden gegangenen Notsender zu aktivieren. Schon bald ist Kitai von der lebensfeindlichen Umwelt überfordert und sein Vater muss ihn über Funk mit profunden Worten motivieren ...
Kommentar:
Ein SF-Actionfilm mit Will Smith sollte eigentlich eine sichere Bank sein. Tatsächlich liefert Smith hier jedoch eine ziemlich miese schauspielerische Leistung als unsympatischer, gefühlskalter Übervater ab, so dass er letztlich sogar vom eigenen Sohn an die Wand gespielt wird. Es dauert nicht lange, da will man dem nervigen Besserwisser nur noch zurufen: "Halt doch endlich die Klappe und lass Deinen Sohn einfach mal machen!". Die Story an sich ist auch nicht wirklich originell und stellt gerade mal das allernötigste Hintergrundwissen bereit, damit das zentrale Vater-Sohn-Drama halbwegs plausibel erscheint, ohne eine tiefer durchdachte Zukunftskulisse zu zeichnen. Obendrein stehen Will Smith's Klischee-triefende Monologe im Verdacht, einschlägige Scientology-Lehren zu transportieren.
Regie: M. Night Shyamalan
Darsteller: Will Smith, Jaden Smith, Sophie Okonedo, Zoe Kravitz
Links:
Space Soldiers / Scavengers
Space Soldiers / Scavengers (USA 2013)
Inhalt:
Captain Wake und seine Crew plündern Weltraumschrott, der von Raumschlachten zwischen ausserirdischen Flotten übrig geblieben ist. Dabei gelangen sie in den Besitz eines mysteriösen, aber offenbar wertvollen Geräts, dem Chaos Generator. Doch auch der psychopathische Captain Jekel ist mit seinem mächtigen Schiff hinter dem Chaos Generator her. Es beginnt eine rasante Verfolgungsjagd bis an den dunklen Rand des Universums ...
Kommentar:
Space Soldiers spielt überwiegend im Weltraum, was für eine B-Produktion eher ungewöhnlich ist, weil in diesem Fall keine Billig-Kulissen ausreichen, sondern viele Trickaufnahmen und aufwendige Innenausstattungen der Raumschiffe gezeigt werden müssen. Tatsächlich sind die CGI-Modelle und -Hintergründe überraschend gut gelungen, aber dafür wurde bei den Animationen gespart. Sobald irgendwas im Weltraum explodiert, sieht man nur noch unscharfe Lichtblitze, die schon in den 1980er Jahren nicht mehr als Spezial-Effekt durchgegangen wären. Die Handlung ist ebenfalls sehr einfach gestrickt und lässt viele lose Enden zurück, die möglicherweise eine Fortsetzung vorbereiten sollten, mit der aber kaum zu rechnen ist. Am nervigsten jedoch sind die Auftritte von Hauptdarsteller Sean Patrick Flanery, der den Bösewicht derart überzogen und kitschig spielt, dass es schon peinlich ist, und der von seinen NoName-Schauspielkollegen locker in die Tasche gesteckt wird. Auch körperlich macht der ehemals junge Indiana Jones einen ziemlich verlebten und aufgedunsenen Eindruck.
Übrigens ...
Symptomatisch für die niedrige Qualität dürfte auch die Tatsache sein, dass viele Zusammenfassungen im Internet die Personen verwechseln und die Jäger zu Gejagten machen (z.B. bei MoviePilot). Offenbar haben es einige Kritiker nicht mal für nötig gehalten, sich das Machwerk tatsächlich anzuschauen, und die verkehrte Inhaltsangabe einfach von der DVD-Hülle abgeschrieben ...
Regie: Travis Zariwny
Darsteller: Roark Critchlow, Louise Linton, Jamie Strange, Tyler Poelle, Mark Wystrach, John Lee Ames, Sean Patrick Flanery, Kelley Whilden, Jennifer Jalene, Russell Richardson
Links:
The Lost Planet
The Lost Planet (USA 2013)
Inhalt:
Für den spontanen Weltraum-Trip zwischendurch mietet sich eine Gruppe leicht chaotischer Studenten ein kleines Raumschiff. Als erstes wird natürlich die lästige Geschwindigkeits-Begrenzung überbrückt - mit dem sofortigen Ergebnis, dass das Schiff ausser Kontrolle gerät und auf einem unbekannten Planeten abstürzt. Trotz einiger gebrochener Knochen sind die Teenager zunächst noch recht sorglos, doch langsam merken sie, dass sie nicht allein sind. In den Wäldern verstecken sich ausserirdische Monster, die aber nicht mal die grösste Gefahr darstellen. Zusätzlich ist noch eine bis an die Zähne bewaffnete Söldnertruppe unterwegs, die alles platt macht, was sich ihr in den Weg stellt ...
Kommentar:
Was in den USA als "Dark Space" entstand, wurde in Deutschland unter dem sperrigen Titel "The Lost Planet - Something Is Out There" veröffentlicht, aber beide Bezeichnungen ähneln stark den Namen von Computer-Spielen, mit denen der Film jedoch nicht das Geringste zu tun hat. Diese kurze Betrachtung zur Namensgebung lässt bereits auf ein typisches B- oder C-Movie schliessen, das es nicht mal ins Kino, sondern nur zu Tele 5 schaffte. Tatsächlich wird dann auch eine unlogische Story ohne Tiefgang und ohne Erklärungen präsentiert, die Spezial-Effekte sind billig oder wurden in der Fernsehfassung gleich ganz heraus geschnitten und auch sonst wurden alle offensichtlichen Gelegenheiten verpasst, das Niveau dieser Produktion wenigstens noch ein Bisschen anzuheben. So darf man sich z.B. nicht wundern, wenn die Soldaten mit ihren Superwaffen einen ganzen Landstrich verwüsten, aber ansonsten hartnäckig vorbei zielen und sich trotz schwerer Panzerung sogar mit Steinen erschlagen lassen. Das einzig Sehenswerte sind die coolen Kampfanzüge der Söldner und am Ende überleben überraschenderweise nicht die, von denen man es eigentlich erwartet hätte.
Regie: Emmett Callinan
Darsteller: Alana Dietze, Tonya Kay, Avital Ash, Steve West, Joseph Darden, Keith Reay, Preston James Hillier, Freddie Johnson
Links:
Last Days on Mars
Last Days on Mars (GB/Irland 2013)
Inhalt:
Nach 6 Monaten in einer einsamen Forschungs-Station auf dem Mars naht für die Besatzung die Ablösung. Die Suche nach Leben war die ganze Zeit über erfolglos, aber ausgerechnet am letzten Tag wird man doch noch fündig und entdeckt Mikroben im Boden des roten Planeten. Die erweisen sich jedoch schnell als extrem gefährlich, denn sie infizieren einen Astronauten nach dem anderen und verwandeln sie in aggressive Monster. Als auch der Kommandant ausfällt, muss der Techniker Vincent Campbell einen Weg finden, die Überlebenden zu retten ...
Kommentar:
Für einen SF-Film, der nicht aus den Studios von Hollywood kommt und der nur mit einem entsprechend niedrigen Budget ausgestattet war, überrascht Last Days on Mars mit erstaunlich guten Trickaufnahmen und reichlich Spannung. Inhaltlich handelt es sich um eine Mischung aus Science Fiction und Horror im Stil von Aliens und die Zombies hat man wohl aus dem etwas trashigen Ghosts of Mars übernommen. Viel Neues gibt es also leider nicht zu entdecken, die Charaktere verkörpern die üblichen Klischees und die Story bleibt oberflächlich.
Regie: Ruairi Robinson
Darsteller: Liev Schreiber, Elias Koteas, Romola Garai, Olivia Williams, Johnny Harris, Goran Kostic, Tom Cullen, Yusra Warsama
Links:
2014
Interstellar
Interstellar (USA/GB/Kanada 2014)
Inhalt:
Der Klimawandel ist da! Die Erde wird von gewaltigen Sandstürmen überzogen und die zu einer Agrar-Gesellschaft degenerierte Menschheit hat zunehmend Mühe, von den ausgetrockneten Feldern noch genug Nahrung zu ernten. Schon in wenigen Jahrzehnten droht das Ende der menschlichen Zivilisation, denn auch der Sauerstoffgehalt der Atmosphäre beginnt zu sinken. Doch im Geheimen arbeitet die amerikanische NASA an der Lösung des Problems: Ein Wurmloch in der Nähe des Saturn soll Astronauten in eine ferne Galaxie transportieren, wo möglicherweise bewohnbare Planeten zu finden sind. Die Erkundung hat bereits begonnen, aber es fehlt noch ein geeignetes Ziel und auch die Formel zur Umsiedelung der gesamten Menschheit muss noch entschlüsselt werden ...
Kommentar:
Schwarze Löcher, Wurmlöcher, Raum, Zeit, Gravitation, Relativität (und natürlich ein Familiendrama) - das sind die Themen dieses Films und abgesehen von einigen dramaturgisch bedingten Spekulationen werden sie auch weitgehend wissenschaftlich korrekt aufbereitet. Klingt nach schwerer Kost und ist es auch, denn wer nicht ständig genau aufpasst, der verliert bei den parallelen, teilweise schnell wechselnden Handlungssträngen den Überblick und verpasst den Aha-Effekt, wenn sich der Kreis am Ende schliesst und sämtliche scheinbar mystischen Ereignisse doch noch zu einer rationalen Erklärung finden. Auch ich muss wohl zeitweise nicht aufgepasst haben, denn Einiges habe ich beim besten Willen nicht verstanden. Also die astrophysikalischen Exkurse schon, aber die Geschichte an sich konnte ich manchmal nicht ganz nachvollziehen (Warum z.B. wird so verzweifelt nach einer neuen Gravitations-Formel gesucht? Die Reisen durch das Wurmloch klappen doch bereits prima.). Allgemein herrscht ein ausgeprägtes Kontrastprogramm zwischen anspruchsvollen, gut durchdachten Passagen und solchen, die eher wenig plausibel erscheinen ("Hallo NASA! Ich bin gerade in Euer Hauptquartier eingebrochen." - "Oh, Klasse! Genau auf Dich haben wir gewartet. Du bist jetzt unser Chef-Astronaut."). Ähnliche Kontraste liefern auch die schönen, tricktechnisch aufwendigen Bilder des Weltraums, vor denen jedoch nur lieblos gestaltete bis hässliche Raumschiff-Modelle herumfliegen. Batman-Regisseur Christopher Nolan wollte offenbar ein zweites 2001: Odyssee im Weltraum erschaffen, aber bei Interstellar bleibt nur das unbefriedigende Gefühl, dass das Ganze trotz aller Ambitionen doch irgendwie unlogisch und belanglos war.
Regie: Christopher Nolan
Darsteller: Matthew McConaughey, Mackenzie Foy, Jessica Chastain, Anne Hathaway, John Lithgow, Michael Caine, Matt Damon, Casey Affleck
Links:
Edge of Tomorrow
Edge of Tomorrow (USA/Kanada 2014)
Inhalt:
Die ausserirdischen Mimics haben die Erde angegriffen und fast ganz Europa besetzt. Als die britischen Streitkräfte die Rückeroberung des Kontinents versuchen, wird der Propaganda-Offizier und Drückeberger Major Bill Cage an die vorderste Front strafversetzt. Dort erlebt der völlig überforderte Schreibtisch-Hengst ein blutiges Gemetzel, wird rasch getötet ... und erwacht wieder am Vorabend der Schlacht. Der Tag der Niederlage wiederholt sich für Cage immer wieder, bis er lange genug überlebt, um die bekannte Kriegsheldin Sergeant Rita Vrataski zu treffen und sie von seiner seltsamen Geschichte zu überzeugen. Gemeinsam wollen die beiden Cage's Zeitschleife nutzen, um den Verlauf des alles entscheidenden Gefechts schrittweise zu verändern und doch noch den Sieg über die Mimics zu erringen.
Kommentar:
Der Soldat James Ryan grüßt täglich das Murmeltier. Dieses kleine Wortpuzzle aus zwei anderen Kino-Klassikern beschreibt wohl am besten, womit man bei diesem Spielfilm zu rechnen hat. Jedenfalls nicht mit viel Neuem. Man nehme einfach die historische Landung der Allierten in der Normandie, verschiebe sie in die nahe Zukunft, mache aus den Nazis ausserirdische Eroberer und stülpe eine an den Haaren herbei gezogene Zeitschleifen-Story darüber. Fertig ist Edge of Tomorrow und am Anfang gelingt es damit auch tatsächlich, eine gewisse Spannung aufzubauen, was durch die realistischen Kampfszenen und die hochwertigen Trickaufnahmen noch unterstützt wird. Diese Spannung weicht jedoch zunehmend viel zu banalen Erklärungen und zum Ende hin scheint auch noch das Budget ausgegangen zu sein, denn der finale Showdown findet überwiegend im Dunkeln statt, wo die Spezialeffekte nicht mehr ganz so perfekt sein müssen. Alles in allem also kein wirkliches SF-Highlight, aber zumindest kann sich der wegen seiner Scientology-Mitgliedschaft umstrittene Hauptdarsteller Tom Cruise ein Stückchen von seinem eindimensionalen Actionheld-Image befreien und darf mit einigen fast witzigen Todesarten sogar etwas Selbstironie demonstrieren. Ausserdem sind die Exoskelett-Kampfanzüge richtig cool.
Übrigens ...
Edge of Tomorrow basiert auf dem Roman "All You Need Is Kill" von dem japanischen Autor Hiroshi Sakurazaka und wurde in Deutschland auch unter dem Titel "Live. Die. Repeat." vermarktet. Regisseur Doug Liman ("Jumper") plant bereits eine Fortsetzung, aber eigentlich ist der Stoff jetzt schon mehr als ausgereizt.
Regie: Doug Liman
Darsteller: Tom Cruise, Emily Blunt, Brendan Gleeson, Bill Paxton
Links:
Die Bestimmung - Divergent
Die Bestimmung - Divergent (USA 2014)
Inhalt:
Im etwas herunter gekommenen Chicago der Zukunft wurde nach einem verheerenden Krieg eine neue Gesellschaftsform aufgebaut, die die Fehler der Vergangenheit ein für alle Mal verhindern soll. Alle Menschen müssen sich am Ende ihrer Kindheit für die Zugehörigkeit zu einer von fünf Fraktionen entscheiden und ihr weiteres Leben an einer jeweils davon abhängigen Tugend ausrichten. Unterstützt wird die freie, aber endgültige Entscheidung von einem psychologischen Test, den auch die junge Tris Priors über sich ergehen lassen muss. Doch Tris' Testergebnis ist nicht eindeutig, sondern divergent, und dieses Geheimnis macht sie zu einer Gefahr für die Ordnung des Kastensystems. Trotzdem gelingt es Tris, bei der Fraktion der furchtlosen Ferox unterzukommen und eine harte Ausbildung für Militär- und Polizeiaufgaben zu überstehen. Diese Fähigkeiten braucht sie auch dringend, als eine Intrige die Fraktion der selbstlosen Altruan auszulöschen droht, der ihre Eltern angehören ...
Kommentar:
Dieser Film ist ein typischer "Tribute von Panem"-Klon (siehe SF-Spielfilmserien) nach dem bekannten Schema "Junge Rebellin lehnt sich gegen das unmenschliche System auf", der sich wie das Vorbild vor allem an Teenager richtet. Der einzige Unterschied besteht darin, dass die Heldin von Divergent ein Bisschen mehr kann, als einfach nur hübsch auszusehen, und hin und wieder auch mal richtig auf die Fresse bekommt. Das bügelt zwar nicht alle Klischees und Ungereimtheiten aus, aber führt wenigstens zu kurzweiliger Unterhaltung in einer perfekt inszenierten Endzeit-Kulisse.
Übrigens ...
Die "Bestimmung"-Reihe basiert auf Jugendbüchern der Autorin Veronica Roth und wurde nach Divergent noch mit Insurgent, Allegiant und Ascendant fortgesetzt. Nach den ersten beiden Teilen hielt sich das Interesse an den Kinokassen jedoch in Grenzen.
Regie: Neil Burger
Darsteller: Shailene Woodley, Theo James, Zoe Kravitz, Ashley Judd, Jai Courtney, Maggie Q, Kate Winslet, Mekhi Phifer
Links:
2015
Jupiter Ascending
Jupiter Ascending (USA/GB/Australien 2015)
Inhalt:
Die Erde ist in Wirklichkeit nicht die Wiege der Menschheit, sondern lediglich eine Zuchtfarm zur Herstellung von Lebenselixier für eine ausserirdische Elite. Davon hat die junge Putzfrau Jupiter Jones natürlich keine Ahnung, als sie von Söldnern in den Weltraum entführt wird. Jupiter Jones trägt nicht nur einen ungewöhnlichen Vornamen, sondern auch die Gene einer mächtigen Herrscherin in sich. Deshalb ist sie die rechtmäßige Besitzerin der Erde und könnte als Einzige deren unmittelbar bevorstehende Aberntung verhindern. Doch ihre Kinder aus einem früheren Leben setzen alles daran, um möglichst schnell ihr lukratives Erbe anzutreten ...
Kommentar:
Jupiter Ascending beeindruckt durch exzellente Spezial-Effekte, bombastische SF-Kulissen und vor allem durch reichlich Action. Das sichtlich voll ausgeschöpfte Bugdet von 175 Millionen Dollar reicht jedoch nicht aus, um die magere Story mit ihren wenig plausiblen Erklärungen und ihrer hakeligen Dramaturgie zu kaschieren. So spulen alle Charaktere inklusive der Hauptfiguren nur ihr klischee-behaftetes Standardrepertoire runter, ohne durch besondere Originalität aufzufallen und ohne sich zu entwickeln oder den Zuschauer auf andere Weise zu fesseln. Auch irgendwelchen Tiefgang, der sich bei der Thematik angeboten hätte, sucht man in dem viel zu schnellen Effektgetümmel vergebens. Nach allen Kämpfen, Verfolgungsjagden und spektakulären Explosionen bleibt letztlich nur die eine Frage: Was sollte das Ganze eigentlich?
Übrigens ...
Von den Regie-Geschwistern Andy und Lana Wachowski stammt auch die Matrix-Trilogie (USA/Australien 1999-2003) und danach sorgte noch einmal ihr Cloud Atlas (BRD/USA/Hong Kong/Singapur 2012) in Zusammenarbeit mit Tom Tykwer für etwas Aufsehen. Ob aus Jupiter Ascending allerdings auch die ursprünglich geplante Trilogie wird, ist eher zweifelhaft.
Regie: Andy Wachowski, Lana Wachowski
Darsteller: Mila Kunis, Sean Bean, Channing Tatum, Eddie Redmayne, Douglas Booth, Tuppence Middleton, Nikki Amuka-Bird, Terry Gilliam
Links:
Der Marsianer
Der Marsianer (USA/GB 2015)
Inhalt:
In einem Sandsturm auf dem Mars wird der Astronaut Mark Watney verletzt und vom Rest seines Teams getrennt. Als er wieder zu sich kommt, ist er allein auf dem roten Planeten, denn seine Kollegen hielten ihn für tot und sind bereits auf dem Weg zurück zur Erde. Doch anstatt in Verzweiflung auszubrechen oder sich seinem Schicksal widerstandslos zu ergeben, schaltet Watney in den Überlebens-Modus um und macht sich mit vielen originellen Einfällen an die Arbeit. Die verlassene Unterkunft baut er in eine Kartoffel-Farm um und mit Hilfe der eigentlich längst aufgegebenen Pathfinder-Sonde gelingt es ihm sogar, eine Funkverbindung mit der Erde herzustellen. Doch nach einigen Rückschlägen wendet sich auch die objektive Mathematik gegen ihn. Seine Nahrungsvorräte können einfach nicht ausreichen, bis frühestens Hilfe eintrifft ...
Kommentar:
Bemannte Forschungs-Missionen zum Mars waren bereits im letzten Jahrzehnt ein beliebtes Thema im SF-Kino (siehe Mission To Mars, Red Planet) und auch Der Marsianer ist wieder ein typischer Blockbuster mit Star-Regisseur, hochkarätiger Besetzung und exzellenten Trickaufnahmen. Diesmal nährt sich die Spannung jedoch nicht aus völlig unerwarteten und reichlich spekulativen Entdeckungen, sondern aus den Herausforderungen des lebensfeindlichen Planeten selbst. Die daraus resultierenden Überlebensstrategien des Marsianers sind zwar überaus trickreich und bisweilen sogar komisch, aber bleiben trotzdem fest auf naturwissenschaftlich-technischem Boden. Z.B. die Wassergewinnung aus dem Raketentreibstoff Hydrazin oder die Kommunikation per ASCII-Code sind absolut plausibel. Auch insgesamt werden kaum futuristische Fantasie-Techniken bemüht, sondern die Mars-Mission macht den Eindruck, als wäre sie bereits mit den heutigen technischen Mitteln (und dem nötigen Kleingeld) prinzipiell realisierbar. Zum Ende hin wird der Pfad des Realismus dann aber leider doch noch verlassen und die reine Effekthascherei ("Ich fliege jetzt mal durch den Weltraum wie Iron Man") gewinnt die Oberhand.
Regie: Ridley Scott
Darsteller: Matt Damon, Jessica Chastain, Jeff Daniels, Sean Bean, Chiwetel Ejiofor, Kristen Wiig, Mackenzie Davis
Links:
2016
Passengers
Passengers (USA 2016)
Inhalt:
Mit 5000 Passagieren an Bord, die sich alle im Kälteschlaf befinden, fliegt das riesige Raumschiff Avalon 120 Jahre lang von der Erde zu einer weit entfernten Kolonie der Menschheit. Doch bereits nach 30 Jahren löst ein Astereroiden-Einschlag eine Fehlfunktion aus, die den Mechaniker Jim Preston viel zu früh erwachen lässt. Vergeblich versucht Preston, sich wieder einzufrieren, zur noch immer schlafenden Besatzung oder zu wichtigen Schiffs-Systemen hat er keinen Zugang und die Annehmlichkeiten des luxoriösen, vollautomatischen Raumschiffs hat er bald ausgekostet. So beschliesst er, seine Traumfrau, die Schriftstellerin Aurora Lane, aufzuwecken, um für die nächsten 90 Jahre wenigstens etwas Gesellschaft zu haben. Doch die ist wenig begeistert davon, dass sie den Rest ihres Lebens auf einem einsamen Raumschiff verbringen soll, das obendrein ernste technische Probleme hat ...
Kommentar:
Passengers ist mit seinen tollen Bildern, seiner perfekten Ausstattung und seinen hochwertigen Trickaufnahmen mal wieder SF-Kino vom Feinsten. Trotzdem sind die technischen Details nicht zu abgehoben, sondern es wird eine realistische Raumreise beschrieben, wie sie in Zukunft tatsächlich stattfinden könnte. Ausserdem gelingt es wie in Gravity, mit nur wenigen Akteuren, eine spannende Geschichte zu erzählen. Sogar die schauspielerische Leistung von "Tribute von Panem"-Star Jennifer Lawrence (siehe SF Spielfilmserien) ist durchaus überzeugend. Ein Bisschen konstruiert wirkt jedoch der Auftritt von Laurence Fishburne als Schiffsoffizier, der genau zum richtigen Zeitpunkt erfolgt, um eine Katastrophe abzuwenden, aber der gleich wieder stirbt, um die traute Zweisamkeit nicht zu stören. Auch die Handlungsweise des Protagonisten Jim Preston, der aus egoistischen Motiven das Leben von Aurora Lane zerstört und dafür mit einer Romanze belohnt wird, ist moralisch höchst zweifelhaft. Aber sind wir mal ehrlich: Welcher Mann hätte sich bei der Auswahl keine Bettgenossin aufgeweckt?
Regie: Morten Tyldum
Darsteller: Chris Pratt, Jennifer Lawrence, Michael Sheen, Laurence Fishburne, Andy Garcia
Links:
Arrival
Arrival (USA 2016)
Inhalt:
12 muschelförmige Raumschiffe landen an verschiedenen Orten auf der Erde. Obwohl die Tintenfisch-ähnlichen Ausserirdischen regelmäßig kleine Wissenschaftler-Teams an Bord lassen, bleiben ihre Absichten unklar, denn es gelingt nicht, ihre komplexe Schriftsprache zu entschlüsseln. Erst die vom US-Militär rekrutierte Linguistin Louise Banks macht einige Fortschritte, aber ihre Übersetzungen werfen zunächst mehr Fragen auf, als sie Antworten liefern. Bereits nach wenigen Wochen verfallen die ungeduldigen Militärs überall auf der Welt in ihre üblichen Handlungsmuster aus Geheimhaltung gegenüber den anderen Nationen und Drohgebährden gegenüber den Aliens. Doch Banks dringt langsam in die fremdartigen Denkmuster der Besucher vor, die Zeit auf eine völlig andere Weise wahrnehmen und diese Fähigkeit auf jeden übertragen, der mit ihnen kommuniziert. Plötzlich ist Banks nicht mehr nur eine Übersetzerin, sondern ein zentrales Verbindungsglied zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Menschheit ...
Kommentar:
Es gibt Spielfilme, die wirklich alles erklären wollen und jedes kleinste Geheimnis auf meist enttäuschend banale Weise entmystifizieren. Diesen Vorwurf kann man Arrival ganz sicher nicht machen, denn erklärt wird hier nur das Allernötigste und der Zuschauer bleibt mit einem ganzen Sack voller ungelöster Mysterien zurück. Damit gelingt es zwar lange Zeit, die Spannung aufzubauen und auch zu halten, aber am Ende möchte man doch mit einem etwas intensiveren Aha-Erlebnis belohnt werden. Man muss Arrival jedoch zugute halten, dass er wenigstens versucht, die schon oft erzählte Geschichte von der Landung Ausserirdischer mal völlig anders zu präsentieren. Die dazu eingesetzte Tricktechnik ist sauber, aber nicht besonders spektakulär, die Ausgangssituation wirkt plausibel und die Atmosphäre ist stimmig.
Regie: Denis Villeneuve
Darsteller: Amy Adams, Jeremy Renner, Forest Whitaker, Michael Stuhlbarg
Links: