Dr. Freund's Multiversum
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12.08.2010: Nach 4 Staffeln flimmerte auch in Deutschland die endgültig letzte Folge des SF-Epos Battlestar Galactica über die Bildschirme.
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Battlestar Galactica - Das Ende

Meine Meinung
am
12.08.2010
Am 11. August 2010 flimmerte nach 4 Staffeln auch in Deutschland die endgültig letzte Folge
des Science Fiction Epos Battlestar Galactica über die Bildschirme.
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Battlestar Galactica
Namenslieferant und überwiegender Ort der Handlung:
Der imposante Kampfstern Galactica
Das war's dann wohl. Die Cylonen sind besiegt, die Galactica ist zerstört, viele Hauptpersonen sind tot, aber die Erde wurde gefunden und die Odyssee hat ein Ende. Das ist doch immerhin mehr, als die meisten anderen, oft vorzeitig abgesetzten Fernsehserien der letzten Jahre vorweisen können - ein Ende! Und sogar ein wirklich endgültiges Ende, das keinerlei Raum mehr für eine weitere Fortsetzung lässt, weil sie nach dem radikalen Abschluss nur noch konstruiert und überflüssig wirken würde. Aber leider auch ein Ende, das den Zuschauer ziemlich unbefriedigt hinterlässt, weil viele mühsam aufgebauten Rätsel und Mysterien entweder gar nicht oder nur auf banalste Weise aufgelöst wurden.
Fans im Cylonen-Outfit
Ok, hin und wieder taten sie es doch -
Fans im Cylonen-Outfit der Original-Serie
Als Battlestar Galactica im Jahr 2003 als Remake der gleichnamigen B-Serie aus den 1970er-Jahren startete, waren die Kritiken erstaunlicherweise sofort voll des Lobes. Tatsächlich erhob sich die neue Serie mühelos weit über ihre eher kitschige Vorlage und es wurde sogar spekuliert, ob sich da wohl ein würdiger Nachfolger für das inzwischen auf Talfahrt befindliche Star Trek Epos entwickeln könnte (siehe auch "Das Ende einer Ära"). Letztlich erwiesen sich die Universen und auch die Philosophien von Battlestar Galactica und Star Trek jedoch als so grundsätzlich verschieden, dass davon keine Rede mehr sein kann. Meines Wissens hat es auch nie so etwas wie "Galacties" gegeben, die sich auf Fan-Conventions in Cylonen-Rüstungen zum Affen machten (jedenfalls nicht im grossen Stil und nicht als "moderne" Cylonen) oder die ihrer Kult-Serie in sonst einer ähnlich übertriebenen Art huldigten, wie die bekannten "Trekkies" das noch immer unermüdlich zu tun pflegen. Wer möchte in seiner Freizeit auch schon gerne in die Rolle eines in Würde verschrumpelten Commander Adama, eines versoffenen Colonel Tigh oder einer chronisch krebskranken Präsidentin Roslin schlüpfen? Und, wie gesagt, jetzt ist ohnehin Schluss und es gibt keine losen Fäden mehr, mit denen die Fans ihre eigene Fiktion weiter spinnen könnten.
Dr. Gaius Baltar
Vom Saulus zum Paulus -
James Callis als Dr. Gaius Baltar
(rechts oben:
John Colicos als Original-Bösewicht)
Ich persönlich habe mir von Anfang an alle Folgen von Battlestar Galactica angesehen (nur um Kritikern dieses Artikels von vornherein den Wind aus den Segeln zu nehmen!), aber genauso lange stand ich der Serie auch eher zwiespältig gegenüber. Einerseits fand ich es toll, dass hier endlich mal gründlich mit den üblichen Klischees aufgeräumt wurde. Die "Guten" wurden häufig in einem ziemlich fragwürdigen Licht dargestellt, während die "Bösen" oft genug die Moral, oder wenigstens die besseren Argumente auf ihrer Seite hatten. Die "Helden" hatten immer auch eine dunkle Seite und eine besonders gut gelungene Rolle spielte z.B. Dr. Gaius Baltar. In der Original-Serie verkörperte Baltar noch den eindimensionalen, diabolischen Mega-Bösewicht, während er sich jetzt als vielschichtige, höchst tragische Figur präsentierte, die mehr oder weniger unverschuldet von den Ereignissen mitgerissen wird, aber opportunistisch und mit viel Glück immer wieder irgendwie nach oben schwimmt und sich letztlich sogar rehabilitieren kann. Die schauspielerischen Leistungen lagen bei Battlestar Galactica generell auf einem überdurchschnittlich hohen Niveau und die spannende Story mit ihren überraschenden Wendungen und zahlreichen Tabubrüchen lieferte immer einen Grund, um auch zur nächsten Folge wieder einzuschalten. Abgesehen davon ist mir eine Serie, in der so erfrischend politisch inkorrekt geraucht und gesoffen wird, unabhängig vom sonstigen Inhalt schon mal grundsätzlich sympathisch.
Andererseits war Battlestar Galactica nie wirklich das, was zumindest ich unter "richtiger" Science Fiction verstehe. Trotz handwerklich einwandfreier Trickaufnahmen und hochwertiger Effekte fehlte mir auf weiten Strecken einfach der futuristische "Touch", den eine gute SF-Serie mitbringen muss. Vieles sollte wohl bewusst so aussehen wie in der Gegenwart, um die Identifikation zu erleichtern und Anspielungen auf unsere heutige Situation zu verdeutlichen. Nur leider sind die SF-Elemente dabei zur reinen Kulisse verkommen, deren logische Konsistenz obendrein sehr zu wünschen übrig lässt. Auch die starke Mystery-Lastigkeit, die zum Ende hin sogar immer mehr ins Esoterisch-Pseudoreligiöse abdriftete, entspricht überhaupt nicht meinem Geschmack.
Galactica über der Erde
Endlich (mal wieder) daheim -
Die Galactica über der (richtigen?) Erde
Tja, und da war es nun, das Ende. Man muss den Machern zwar zugute halten, dass sie wenigstens versucht haben, alles noch schnell irgendwie aufzulösen, aber wie in den meisten derartigen Fernsehserien üblich, wirkte vieles dann doch ziemlich unspektakulär, unvollständig und enttäuschend. Jedenfalls war es nicht der enormen Erwartungshaltung angemessen, die schon von Beginn der Serie an systematisch geschürt wurde.
 
  • Laura Roslin stirbt an ihrer Krebserkrankung.
    Ok, das war abzusehen. Ob Commander Adama für den Rest seines Lebens trauernd an ihrem Grab hocken blieb, wissen wir dagegen nicht.
  • Cylonen-Anführer Cavil begeht Selbstmord.
    Glück gehabt ... oder Pech, je nachdem aus welcher Perspektive man es sieht. Ging sowieso viel zu schnell, als dass man darüber länger hätte nachdenken können.
  • Die Reinkarnation von Kara "Starbuck" Thrace verschwindet einfach. Puff, weg isse!
    Wer oder was war sie denn nun eigentlich? Und was hat der ständig gespielte Jimi Hendrix Song "All Along The Watchtower" mit all dem zu tun? Sehr dubios ...
  • Die Cylonen-Kolonie wird zerstört.
    Da mühen sich unzählige Viper-Piloten 4 Seasons lang und meist erfolglos gegen cylonische Basisschiffe ab, aber ein einzelner, mit Atomraketen vollgestopfter Raptor bläst beinahe versehentlich das riesige, schwer befestigte Hauptquartier der Cylonen in die Luft. Diese geniale Taktik hätte Euch eigentlich schon früher einfallen können, aber dann wäre die Serie wohl nach 3 Folgen vorbei gewesen.
  • Die Vision vom Opernhaus erfüllt sich.
    Für diese kurze und völlig unbedeutende Szene hätte man das Thema wirklich nicht immer wieder so breit ausrollen müssen ...
  • Die Erde wird doch noch gefunden.
    Ach!? Hatten wir das nicht schon mal? Und was war das vor ein paar Folgen dann für ein Planet?
  • Die Galactica und die restliche Flotte werden freiwillig verschrottet.
    Wenn das mal keine Dummheit war ...
  • Das Mensch-Cylonen-Kind Hera wird zur Urmutter der heutigen Menschheit.
    Eine Nummer kleiner ging's wohl nicht. Aber immerhin wissen wir jetzt:
    Das Ganze spielte sich ca. 150.000 Jahre vor unserer Zeit ab und wir sind alle Halb-Cylonen.
  • Über allem schwebt der boshafte Gott der Cylonen und lässt seine "Engel" Baltar und Number Six über das Schicksal der Menschheit sinnieren.
    Eigentlich eine originelle Idee ... wenn ich kein Atheist wäre. Und dass Gott höchst persönlich als pauschale Erklärung für alle noch unentwirrten Handlungsstränge herhalten soll, ist dann doch ein Bisschen zu einfach.
Das letzte Abendmahl
as letzte Abendmahl auf der Galactica -
So zelebriert man Selbstbeweihräucherung richtig ...
Noch Fragen? Ja, jede Menge, aber auf weitere Antworten werden wir leider vergebens warten. Inzwischen ist zwar die Spinoff-Serie Caprica angelaufen (und auch bereits wieder abgesetzt worden), aber die ist zeitlich noch vor der Zerstörung der 12 Kolonien angesiedelt und wird uns wohl kaum etwas über die ungelösten Rätsel aus Battlestar Galactica erzählen können. Vielleicht will es ja auch niemand mehr wirklich wissen, denn die wiederholte Verlegung von Battlestar Galactica ins immer spätere Nachtprogramm von RTL2 spricht für ein eher gedämpftes Interesse, zumindest in Deutschland. In ihrer US-amerikanischen Heimat allerdings scheint die Serie weniger aufgrund schlechter Quoten, sondern regulär und halbwegs geplant ausgelaufen zu sein, so dass man sich doch etwas mehr Mühe hätte geben können.
 
Ob Battlestar Galactica als (umstrittener) Meilenstein der Science Fiction oder lediglich als eine weitere verunglückte SF-Serie unter vielen in die Geschichte eingehen wird, muss die Zukunft zeigen. Meiner Meinung nach war zwar genug Potential vorhanden, aber das wurde verschenkt, nachdem jetzt unwiderruflich der Deckel drauf gemacht wurde. Man hat beinahe den Eindruck, als hätten die Produzenten die Notbremse gezogen, um - aus welchen Gründen auch immer - einigermaßen glimpflich aus der Geschichte rauszukommen, obwohl sich noch kurz vorher einige mögliche Wege abgezeichnet hatten (z.B. die Reparatur der Galactica mit Hilfe von Cylonen-Technik oder ein vorerst friedlicher Handel mit Cylonen-Anführer Cavil). Damit eine TV-Serie im Gespräch bleibt und Kultstatus erreichen kann, muss man den Fans jedoch wenigstens eine vage Hoffnung lassen, dass es vielleicht doch noch irgendwie weiter gehen könnte, und darf keinen derart konsequenten Schlußstrich ziehen, den vor allem die Zerstörung der namensgebenden Galactica darstellt (Naja, wirklich gesehen hat man das ja nun auch nicht ...). Zusätzlich ist auch noch eine gewisse Zeitlosigkeit von Handlung und Charakteren notwendig, die andere Space-Operas teilweise noch nach Jahrzehnten sehenswert macht, die aber bei der eng an aktuellen Trends orientierten Galactica-Serie fehlt. Alles in Allem hat mich Battlestar Galactica aber trotzdem 4 Jahre lang gut unterhalten, in denen keine andere neue SF-Serie qualitativ auch nur in die Nähe kam. Und ausserdem: Ist doch nur Fernsehen ...

 
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