| Meine Meinung am 26.03.2006 |
Über revolutionäre Zukunfts-Visionen im Grenzbereich zwischen Science Fiction und seriöser Wissenschaft und die Chancen zu ihrer Realisierung. | Science Fiction |
|---|---|---|
| Meine Meinung | ||
| Über mich |
|
Kürzlich habe ich in Spektrum der Wissenschaft ein Essay von einem gewissen Ray Kurzweil gelesen, in dem zahlreiche Spekulationen über unsere mittel- und langfristige Zukunft angestellt wurden. Dabei ging es aber mal nicht um die x-te Vorhersage einer Klima-Katastrophe oder ehrgeizige Raumfahrt-Programme, sondern um technische Entwicklungen, die schon in wenigen Jahren unser aller Leben komplett umkrempeln könnten. Ray Kurzweil ist übrigens Erfinder, renommierter Zukunfts-Forscher, Autor vieler Bücher und Inhaber mehrerer Ehren-Doktortitel (siehe auch: Links). |
||
| Die Vision | |
|---|---|
|
Kurzweil prognostiziert die Entwicklung mehrerer Technologien, die aus naturwissenschaftlicher Sicht prinzipiell durchaus realisierbar sein dürften. Das eigentlich Erstaunliche (oder Erschreckende?) ist jedoch der vorhergesagte rasante Fortschritt, der schon in relativ naher Zukunft zur Anwendungsreife und schnellen Verbreitung führen soll - mit ungeheueren Folgen für jeden einzelnen Menschen. |
|
Künstliche Intelligenz (KI) |
||
|
Nano-Technologie |
||
|
Gen-Technologie |
||
|
Kombination der Technologien
|
||
|
Kurzweil's optimistische Zeitangaben basieren auf einer exponentiellen Vermehrung des Wissens und des technischen Fortschritts. Das klingt absolut nicht abwegig, denn je mehr bereits bekannt ist, desto schneller gelingt die Gewinnung neuer Erkenntnisse. Die Wissenschaft entwickelt für sich selbst ständig effektivere Methoden und Werkzeuge, die die weitere Forschung beschleunigen. Was gestern noch ein Mammut-Projekt war, ist heute schon leicht zu bewältigende Routine-Arbeit. Am bekanntesten dürfte das Moore'sche Gesetz sein, das eine Verdopplung der Rechenleistung von Computern alle 1,5 Jahre voraussagt, und bisher weitgehend zutraf. Auch das Humangenom-Projekt (die Sequenzierung des menschlichen Erbguts) wurde nach anfänglichen Schwierigkeiten letztlich in Höchstgeschwindigkeit abgeschlossen. Einen ähnlichen Boom könnte die Nano-Technologie erleben, die in den letzten Jahren schon einige verblüffende Ergebnisse vorweisen konnte (z.B. winzige Motoren oder Räder, Achsen und sogar ganze Fahrzeuge aus einzelnen Molelülen). |
||
| Die Realität | |
|---|---|
|
Wie sind Kurzweil's Vorhersagen zu bewerten? Handelt es sich tatsächlich um verlässliche, objektive Abschätzungen, oder nur um das Wunschdenken eines naiven Technik-Fanatikers? Ich selbst gehe stramm auf die 40 zu und neige deshalb gern dazu, jedem zu glauben, der mir ein Ende des körperlichen Verfalls oder sogar Verjüngung und ewiges Leben verspricht. Trotzdem bleibe ich auf dem Teppich, und erkenne auch Indizien dafür, dass es nicht überall so flott voran geht, wie es zur Einhaltung von Kurzweil's knappem Zeitplan nötig wäre: |
|
|
||
|
Kurzweil's Annahmen werden vor allem durch statistische Analysen gestützt. Es ist tatsächlich nachweisbar und auch wenig verwunderlich, dass die von Menschen erzeugte Wissensmenge bisher exponentiell zunahm. Trotz der genannten Negativ-Beispiele dürfte sich das Tempo insgesamt noch eine ganze Weile weiter erhöhen, wenn man die Anzahl der wissenschaftlichen Veröffentlichungen oder das verfügbare Datenvolumen in Bytes zählt. Aber diese Betrachtungsweise ist rein quantitativ. Biochemiker haben in kürzester Zeit tausende von Genen sequenziert, aber über ihre Wirkungsweise im Organismus ist noch kaum etwas bekannt. Alle paar Jahre beglückt man uns mit einer neuen Generation noch schnellerer Computer, aber die Programmierer sind weitgehend ratlos, wie sie die einzelnen Rechenschritte zu einer künstlichen Intelligenz oder gar einem künstlichen Bewusstsein kombinieren könnten. Eine imposante Anhäufung von empirischem Wissen bedeutet nicht, dass alles auch qualitativ verstanden wurde, und der schnellste Computer ist nutzlos, wenn er nur wie ein Taschenrechner verwendet wird. Revolutionäre Durchbrüche werden nur erzielt, wenn die wachsende Datenmenge und deren immer schnellere Verarbeitung wirklich zu neuen Erkenntnissen führen, die dann auch praktische Anwendungen ermöglichen. Die Wahrscheinlichkeit dafür steigt, aber noch immer ist individuelle Genialität erforderlich, die sich nicht so einfach kalkulieren lässt, und wohin der Weg letztlich führt, ist völlig offen. |
||
| Die Bedenken | |
|---|---|
|
Bisher habe ich mich um einige wichtige Fragen gedrückt:
|
||
|
In jedem Jahrzehnt haben sich mehr oder weniger ernst zu nehmende Wissenschafts-Propheten zu Wort gemeldet, die uns in fantastischen Visionen eine strahlende Zukunft oder fürchterliche Horror-Szenarien ausgemalt haben. Einiges ist erheblich schneller eingetreten, vieles noch lange nicht und das Meiste wirkt heute geradezu lächerlich, da die Entwicklung mittlerweile eine völlig andere Richtung eingeschlagen hat. Man kann an Kurzweil's Vorhersagen glauben, aber man sollte weder zu sehr darauf hoffen, noch in Panik verfallen. |
|
![]() |
![]() |
URL: http://www.drfreund.net/aktuell_018.htm | Zwischenablage | |
![]() |
![]() |
Letzte Aktualisierung: Samstag, 04.02.2012 00:12:17 Uhr | Technische Infos | ||
![]() |
![]() |
Browser: CCBot/1.0 (+http://www.commoncrawl.org/bot.html) | Browser-Check | ||
![]() |
![]() |
Disclaimer :: Impressum :: Kontakt: ten.dnuerfrd@dnuerfrd | Gästebuch | ||
![]() |
|||||
| Home :: Service :: WebNapping :: Meine Meinung :: Aktionen :: Links :: Partner :: Bannertausch :: Sitemap :: F.A.Q. | |||||
