Dr. Freund's Multiversum
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09.02.2005: Das Ende einer Ära - Paramount setzt die Science Fiction Serie Enterprise wegen schlechter Quoten vorzeitig ab.
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Das Ende einer Ära

Meine Meinung
am
09.02.2005
Paramount setzt die Science Fiction Serie "Enterprise" wegen schlechten Quoten vorzeitig ab,
ohne dass eine neue Fernsehserie oder ein Kinofilm über das Star Trek Universum in Sicht ist.
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Über mich
Beschädigte Enterprise
Star Trek im Sturzflug:
Ist das SF-Flaggschiff nur vorübergehend ausser Gefecht oder endgültig reif für den Schrottplatz der Fernseh-Geschichte?
Was schon lange als Gerücht die Runde machte, ist nun amtlich: Die aktuelle, vierte "Enterprise"-Staffel wird die endgültig letzte sein. Damit enden 18 lange Jahre, in denen die Fans ununterbrochen mit neuen Folgen von "The Next Generation", "Deep Space 9", "Voyager" und zuletzt "Enterprise" versorgt wurden. Bereits seit DS9 hatte Star Trek einerseits mit sinkenden Einschaltquoten und andererseits mit der zunehmenden Kritik durch fundamentalistische Trekkies zu kämpfen. Jetzt ist wohl definitiv Schluss, zumindest aber für eine Dauer von 3 Jahren, in denen man angeblich an neuen Konzepten, Charakteren und Geschichten arbeiten will.
 
Ich selbst bin eigentlich kein Star Trek Fan der ersten Stunde und würde mich auch bis heute nicht als typischen Trekkie bezeichnen. Trotzdem habe ich so gut wie alle Folgen aller Serien gesehen und mittlerweile gehört Star Trek zu meinem Pflichtprogramm am Samstag- und Sonntag-Nachmittag. Es graust mir schon davor, wenn ich daran denke, welche billigen Pöbel-Talkshows und platten US-Familienserien diese Sendeplätze zukünftig wohl einnehmen werden.
Die Crew der Original-Enterprise
Damals war die schöne, neue Star Trek Welt noch in Ordnung:
Kirk, Spock, Pille, Uhura und die anderen Mitglieder der Original-Crew.
Angefangen hat alles in meinem Geburtsjahr 1966, als Gene Roddenberry das "Raumschiff Enterprise" vom Stapel laufen lies. Damals war Star Trek etwas völlig Neues, denn während andere SF-Serien sich darauf beschränkten, das "Monster der Woche" vorzuführen, wurde hier nicht immer gleich zur Phasor-Pistole gegriffen. Der Vulkanier Spock war als Ausserirdischer voll integriert und trotz der obligatorischen Action wurden interstellare Konflikte letztlich nie mit Gewalt gelöst. Besonders erwähnenswert ist auch die Rolle der "Lt. Uhura", die als Frau und Farbige erstmals eine nahezu gleichberechtigte Position einnahm. Das waren beinahe schon sozialkritische Seitenhiebe gegen die damals allgegenwärtige Rassendiskriminierung und den kalten Krieg. Aber "Raumschiff Enterprise" war in vielen Punkten auch ein typisches Kind seiner Zeit, denn Captain Kirk verpasste keine Gelegenheit, den Macho raushängen zu lassen, und die Röcke der weiblichen Besatzungsmitglieder waren stets angenehm kurz. Trotz aller Innovationen teilte die erste "Enterprise" nach 79 Episoden das Schicksal der meisten anderen Fernsehserien und wurde in Ihrem Dock eingemottet.
Die Crew der Next Generation
Gelungenes Comeback:
Captain Jean-Luc Picard und seine Besatzung der nächsten Generation.
Nach einigen mehr oder weniger erfolgreichen Kinofilmen im Sog der Star Wars Welle gelang erst 1987 ein Comeback mit der "Next Generation". Ich erinnere mich noch gut an meine Vorbehalte gegen den glatzköpfigen Psycho-Onkel Picard, der immer alles ausdiskutieren wollte und so gar nichts von dem Draufgänger Kirk hatte. Mittlerweile habe ich aber gelernt zuzuhören, und halte die tiefgründigen Dialoge und ausgefeilten Charaktere der "Next Generation" für echte Perlen im Science Fiction Genre. Ausserdem war die Enterprise D ein nagelneues Raumschiff, das noch heute modern wirkt.
Die Crew von DS9
Umstritten, aber trotzdem originell:
Captain Benjamin Sisko's Truppe auf DS9.
Anfang der 1990er Jahre kam dann die wohl am heftigsten kritisierte Star Trek Serie "Deep Space 9" hinzu. Während Kirk und Picard mit ihren schnellen Schiffen die unendlichen Weiten des Weltraums erforscht hatten, musste die unbewegliche Raumstation warten, bis irgendwas Interessantes vorbei kam. Und das passierte anfangs eben nur selten. Auch die Charaktere waren mal wieder ungewohnt und konnten sich nur langsam die Sympathie der Zuschauer erspielen. Trotzdem entwickelte sich im Spannungs-Verhältnis zwischen Quark und Odo so manche geniale Szene.
 
Der endgültige Sündenfall von DS9 war jedoch der Krieg gegen das Dominion. Hier wurde erstmals zugunsten höherer Einschaltquoten gegen das Roddenberry-Dogma der Gewaltlosigkeit verstossen. Noch nie in der Star Trek Geschichte waren gigantische Raumschlachten gezeigt worden, und viele Trekkies gingen gegen diese plötzliche Action-Lastigkeit auf die Barrikaden. Aber was soll’s? Endlich waren die technischen Mittel vorhanden, um in einer Fernsehserie aufwendige, spektakuläre Science Fiction zeigen zu können, wie man es vorher nur aus dem Kino gekannt hatte. Gerade die späten DS9-Episoden halte ich für die besten und spannendsten, und die anspruchsvolle Handlung kam ja keineswegs zu kurz.
Die Crew der Voyager
Frauen-Power im Delta-Quadrant:
Captain Kathryn Janeway's Besatzung auf der Voyager.
DS9 war noch nicht abgelaufen, da beglückte man uns Mitte der 1990er Jahre schon mit einem weiteren Star Trek Produkt: Captain Janeway’s "Voyager" wurde in den Delta-Quadrant verschlagen und musste sich den Weg zurück zur Erde suchen. Zu Beginn machten viele "Frau am Steuer"-Witze die Runde und es wurden etliche "Neelix must die"-Fanclubs eröffnet. Doch auch die "Voyager" konnte sich etablieren und die Borg-Wunderwaffe Seven Of Nine half über so manche flache Folge hinweg. Ein weiterer Effekt sollte ebenfalls nicht vergessen werden: Eine Frau als Raumschiff-Kommandantin war zwar nichts revolutionär Neues mehr, aber nach "Voyager" konnten sich auch die letzten Wohnzimmer-Paschas Frauen in führenden Positionen vorstellen.
Die Crew der Enterprise NX-01
Haben sie Star Trek ins Aus geflogen?
Auf Captain Jonathan Archer und der Besatzung der Enterprise NX-01 lastet der Makel der vorzeitigen Absetzung.
Das neue Jahrtausend brachte bei Star Trek eine völlig unerwartete Wendung. Anstatt den Handlungsfaden weiter in die Zukunft zu spinnen, ging es in die entgegengesetzte Richtung. Die "Enterprise NX-01" führte zurück zu den Ursprüngen, als die Menschheit gerade erst zu den Sternen aufbrach und die Föderation mit ihren Direktiven nur eine vage Idee war. Eigentlich eine gute Ausgangsposition, um mal völlig andere Geschichten erzählen zu können.
 
Am Rande bemerkt:
Vor allem wurde auf der Enterprise NX-01 noch nicht so exzessiv gebeamt. Die Technik des "Transporters" und des "Replikators" war mir aus wissenschaftlicher Sicht schon immer suspekt, und eine Zivilisation, die reine Energie in jede beliebige Form von Materie umwandeln kann, sollte eigentlich keine Probleme mehr haben. Deshalb mussten in den anderen Serien immer wieder abenteuerliche Gründe vorgeschoben werden, warum ein Beamen oder Replizieren nicht möglich war, nur damit die Handlung halbwegs plausibel erschien. Gene Roddenberry hatte das Beamen ursprünglich übrigens nur eingeführt, weil der einkopierte Flimmer-Effekt viel billiger war, als Trickaufnahmen von startenden und landenden Raumfähren.
 
Obwohl die neue "Enterprise" eine technisch erstklassig gemachte Science Fiction Serie war, wurde sie von den Fans nie richtig angenommen. Immer wieder war von angeblichen Brüchen in der Kontinuität der Star Trek Zeitlinie zu hören (z.B. wegen verfrühter Kontakte zu den Borg oder den Ferengi), und so etwas können echte Trekkies einfach nicht verzeihen (auch wenn es gar nicht stimmt). Auch der diffuse Handlungsbogen des temporalen kalten Kriegs, der lange nur Rätsel aufwarf, ohne die erwartete, sensationelle Wendung zu nehmen, hat sich nicht bewährt. Die Abneigungen gegen T’Pols engen Dress und ihre leicht bekleideten Auftritte in der Dekontaminations-Kammer sind mir dagegen völlig unverständlich.
Unendliche Weiten ...
Die unendlichen Weiten warten noch immer ... Von einer Star Trek Besatzung werden sie aber vorerst nicht mehr erforscht.
War "Enterprise" also tatsächlich so schlecht, dass eine Fortsetzung sinnlos ist? Sicher nicht. Bisher haben alle Star Trek Serien nach anfänglichen Schwächen ihr Publikum gefunden. Man darf heute allerdings keine 2-stelligen Einschaltquoten wie in den 1980er Jahren mehr erwarten, als die "Next Generation" die einzige ernst zu nehmende SF-Serie war und weniger Fernsehkanäle zur Auswahl standen. Ausserdem ist weder Science Fiction im Allgemeinen, noch Star Trek im Speziellen eine Massenware, die jeden anspricht. Vielmehr handelt es sich um ein Nischen-Programm, das eine treue, aber überschaubare Fan-Gemeinde bedient. Hinzu kommt noch eine neue Konkurrenz in Form zahlreicher, eher einfach gestrickter Mystery- und Fantasy-Serien, wie Akte X, Charmed, Buffy und ähnliche, die ihre Zuschauer teilweise aus dem SF-Lager beziehen.
 
Wie geht es weiter? Ich fürchte, vorerst überhaupt nicht. Eine neue Star Trek Serie ist auf absehbare Zeit nicht geplant und der Misserfolg von "Nemesis" in den Kinos war auch kein gutes Omen. Das ebenso experimentier-freudige wie unverbindliche Vorhaben, den nächsten Star Trek Kinofilm mit einer völlig unbekannten Crew zu drehen, kann eigentlich nur floppen. Auch die Strategie einiger Fernsehsender, sämtliche Star Trek Serien und Kinofilme im Halbjahrestakt zu wiederholen, dürfte deren Popularität kaum erhöhen. Da ist selbst mir als bekennendem Science Fiction Fan schon so manches genervte "Nicht schon wieder ..." entfahren. Bleibt zu hoffen, dass es zukünftig noch andere gute SF-Serien unabhängig von Star Trek geben wird. Der langjährige Erfolg von Babylon 5 könnte da durchaus als Vorbild dienen, aber auch Trash-Serien, wie Andromeda oder Farscape, werden uns wohl nicht erspart bleiben.
 
Nachtrag vom 16.03.2017:
Die neueren Star Trek Kinofilme seit 2009 sind zwar nicht unbedingt als Flop zu bezeichnen, dürften die Fans aber trotzdem mit eher gemischten Gefühlen zurück gelassen haben. Ein erfolgreicher Neuanfang sieht jedenfalls anders aus ...

 
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