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10.10.2003: Rettet das Internet - Die Aktion für ein freies Internet.

Rettet das Internet!

Meine Meinung
am
10.10.2003
Wer sich im Internet bewegt, lebt gefährlich, denn Surfer, Tauschbörsen-Nutzer und Webmaster werden systematisch kriminalisiert. Aber eine neue Aktion im Web macht sich stark gegen Abmahnungsmissbrauch, Einschränkung von Grundrechten, Überwachung und Zensur. Urheberrecht
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www.rettet-das-internet.de

Rettet das Internet - das ist das Motto einer interessanten, neuen Aktion, die auf www.rettet-das-internet.de gegen zahlreiche Mißstände im Netz antritt und an der ich selbst als Mit-Initiator beteiligt bin. Klingt ganz nett, aber wovor sollte man das Internet denn eigentlich retten?

  • Vor Anwälten, die das juristische Mittel der Abmahnung als lukrative Einnahmequelle missbrauchen und die mit unrealistischen Streitwerten wahllos heraus gepickte Webmaster wegen Bagatellen an den Rand des finanziellen Ruins bringen.
  • Vor Konzernen, die das Internet ausschliesslich als lästige Konkurrenz zu ihren veralteten Vertriebskanälen betrachten und die in groß angelegten Klage- und Abmahnwellen gegen wehrlose Privatpersonen vorgehen, da sie ihre unverschämten Profite bedroht sehen (Jawohl, ich meine die Musikindustrie).
  • Vor Politikern, die diesen Konzernen jeden Wunsch von den Augen ablesen und die eine einseitige Rechtslage schaffen, durch die Millionen von Internet-Nutzern kriminalisiert werden.
  • Vor Gesetzen, die die Realität im Internet beharrlich ignorieren und die keinerlei Rechtssicherheit schaffen, sondern fern von jeder Praxis Webmaster und Surfer gleichermaßen zum leichten Ziel willkürlicher Schadensersatz- und Unterlassungsforderungen machen.
  • Vor Monopolisten, die immer mehr geistiges Allgemeingut, wie z.B. Progammiertechniken, Zitate, Symbole oder sogar einzelne Farbtöne, einer freien, kreativen Nutzung entziehen, indem sie es in patent- oder markenrechtlich geschütztes Privateigentum verwandeln.
  • Vor Herstellern von Hard- und Software, die unter dem Deckmantel höherer Sicherheit umstrittene Produkte zum gesetzlich vorgeschriebenen Standard erheben wollen, mit denen das Verhalten jedes einzelnen Benutzers ausspioniert, aufgezeichnet und kontrolliert werden kann (siehe TCPA).
  • Vor Providern und Suchdiensten, die durch das heimliche Filtern nach oberflächlichen Schlüsselwörtern angeblich gefährliche Inhalte im Netz für die Bevölkerung ganzer Länder unzugänglich machen.
  • Vor selbst ernannten Internet-Sheriffs und Saubermännern, denen jede Form von freier Meinungsäusserung, freiem Informationsaustausch und freier Entfaltung im Web ein Dorn im Auge ist.

Haben sich auf www.rettet-das-internet.de also ein paar anarchistische Hacker zusammen geschlossen, die wieder mal den Aufstand gegen die Autoritäten proben? Nein, denn auch die Grenzen eines freien Internets sind uns durchaus bewusst. Deshalb wollen wir

  • keinen völlig rechtsfreien Raum „Internet“, in dem 0190-Abzocker, Spammer und sonstige Betrüger unvorsichtige Surfer nach Herzenslust ausnehmen können.
  • keinen Freibrief für Rechtsradikale, Kinderschänder und ähnliche Verbrecher, mit dem sie ihren Datenmüll ungestraft verbreiten dürfen.
  • keine Abschaffung von geistigem Eigentum, sondern ein generelles Umdenken und eine weniger profit-orientierte Sicht bei dessen rein privater, nicht kommerzieller Nutzung.
  • keinen Aufruf zum allgemeinen Rechtsbruch, sondern eine konstruktive Beteiligung aller Betroffenen an der Schaffung besserer, fairer Gesetze für das Internet und seine Nutzer.

Wer sich als Surfer, Tauschbörsennutzer (P2P) oder Webmaster im Internet bewegt, der wandelt - meistens unbewusst - auf sehr dünnem Eis. Unwissenheit schützt aber bekanntlich nicht vor Strafe und auch eine „Mich wird’s schon nicht erwischen“-Mentalität ist wenig hilfreich. Abmahnungsmissbrauch, Linkhaftung, verschärftes Urheberrecht, Zensur und Überwachung sind nur einige Stichworte, warum das Internet, so wie wir es kennen, bald der Vergangenheit angehören könnte:

  • Die meisten kleinen Homepages - und damit die Vielfalt - werden verschwinden, da kein privater Anbieter mehr das Risiko eines teuren Rechtsstreits auf sich nehmen will.
  • Wer sich nicht fügt und einen falschen Link setzt, eine unbequeme Meinung vertritt oder irgendeinen Formfehler begeht, der wird so lange verklagt, bis er aufgibt.
  • Freeware, Opensource-Projekte, Filesharing-Netzwerke (P2P) und ähnliche Gratisangebote können auf zukünftigen Rechnern mit "sicheren" Betriebssystemen nicht mehr genutzt werden (siehe TCPA) oder werden kurzerhand für illegal erklärt.
  • Die übrig gebliebenen kommerziellen Betreiber werden das Netz in einen riesigen Supermarkt verwandeln, in dem zwischen Werbung und virtuellen Warenkörben nur noch seichte Unterhaltung erhältlich ist (natürlich nur gegen Bezahlung).
  • Privatsphäre wird zum Fremdwort, da jeder Schritt im Web und sogar jede neue Datei auf der eigenen Festplatte online an zentrale Stellen gemeldet und aufgezeichnet wird. Bei Lizenz-Verstössen kann der heimische PC dann automatisch Selbstanzeige erstatten (siehe TCPA).
  • Das Internet wird trotz modernster Technik und noch schnellerer Verbindungen für den Alltagsgebrauch zunehmend unattraktiver und verliert seine Bedeutung als universelles Informations- und Kommunikationsmedium.

Gegen eine solche Entwicklung wollen wir informieren, provozieren und natürlich auch mobilisieren. Deshalb beschreiben wir klar die Risiken, die schon heute auf jeden Internet-Nutzer lauern, stellen abschreckende Beispiele aus der Realität vor, zeigen aber auch denkbare Wege aus der Krise und bieten die Möglichkeit, sich aktiv einer wachsenden Gemeinschaft von Gleichgesinnten anzuschliessen. Je mehr Leute sich zu unserer Sache bekennen, desto mehr können wir auf demokratische Weise bewegen. Besucht www.rettet-das-internet.de, tragt Euch in unsere Liste ein, setzt unsere Banner auf Eure Homepage oder erzählt Euren Freunden von unserer Aktion, dann ist der erste Schritt gemacht.

Banner und Buttons
Wenn Ihr unsere Aktion unterstützen wollt, dann verlinkt einfach www.rettet-das-internet.de auf Eurer eigenen Homepage. Dazu könnt Ihr die folgenden Banner und Buttons verwenden:
Animiertes Banner, 468x60, 6kB
Buttonnetzwerk für ein freies Internet
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